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Sport- und Fitnesskaufmann: Weiterbildung, Voraussetzungen & Verdienst

  • Autor: Laura Lindemann
  • Aktualisiert: 05.03.2024
  • Lesedauer: 13 Minuten
Titelbild: Sport- und Fitnesskaufmann

Factsheet

Empfohlener Schulabschluss: Jeder/Ohne Schulabschluss
Ausbildungsart: Duale Ausbildung
Ausbildungsdauer: 3 Jahre
Einstiegsgehalt: ca. 2.150 €
Arbeitsorte: Fitnessstudio, Sportvereine und -verbände, Sportausstatter, Wellness- und Gesundheitszentren
Arbeitszeiten: Schichtdienst

Was macht ein Sport- und Fitnesskaufmann?

Du bist sportlich interessiert, arbeitest gern mit Menschen und bist ein Organisationstalent? Dann könnte Sport- und Fitnesskaufmann der richtige Beruf für Dich sein! Der Job kombiniert die praktische sportliche Tätigkeit mit kaufmännischem Wissen und ist dadurch sehr vielfältig. 

Zu den grundsätzlichen Aufgaben des Sport- und Fitnesskaufmannes bzw. der Fitnesskauffrau zählen: 

 

Organisatorische Aufgaben

In erster Linie kümmerst Du Dich als Sport- und Fitnesskaufmann darum, dass der Laden läuft. Du planst und koordinierst den Betrieb – ob im Fitnessstudio, Verband oder Verein. Du bist zum Beispiel dafür verantwortlich, dass die technischen Voraussetzungen erfüllt sind: Räume und Sportgeräte müssen in passender Anzahl zur Verfügung stehen und funktionieren. Hier prüfst Du auch regelmäßig, ob die Geräte in Ordnung sind und die Vorgaben an Sicherheit und Hygiene erfüllen. Außerdem kümmerst Du Dich um die Personalplanung, übernimmst Aufgaben im Controlling und im Rechnungswesen. Nicht zuletzt fällt auch die Anmeldung neuer Kunden in Deinen Aufgabenbereich.
 

Betreuung und Beratung der Kunden

Wenn Du als Sport- und Fitnesskaufmann in einem Fitnessstudio arbeitest, ist die Erstellung von Trainingsplänen eine der Hauptaufgaben in der Kundenbetreuung. Dabei richtest Du Dich stets nach den individuellen Bedürfnissen der Kunden: Ob medizinisches Fitnesstraining bei Rückenbeschwerden oder Leistungssport – Du weißt genau, welche Übungen und welche Intensität richtig sind. 

Auch bei Fragen hinsichtlich Prävention, Gesundheit und Ernährung bist Du für die Kunden der Ansprechpartner. Ebenso zählt das Erklären der richtigen Anwendung von Geräten zu Deinen Aufgaben in der Beratung. Du weist die Kunden ein oder demonstrierst ihnen, wie der richtige Bewegungsablauf aussieht und was sie bei der Ausführung beachten sollten. Auch Sportkurse und Fitness-Checks können zu Deinen Aufgaben zählen.
 

Planung von Marketingaktionen

Nicht nur die Betreuung von Bestandskunden ist wichtig, auch die Neugewinnung von Kunden ist von großer Bedeutung, damit Dein Verein oder Studio erfolgreich ist und bestenfalls bekannter wird. Du bist für die Konzeptionierung interessanter Angebote wie z.B. Rabattaktionen oder Gewinnspiele zuständig, verhandelst über Kooperationen mit Geschäften und Unternehmen und kümmerst Dich um den Auftritt bei Social Media und auf der Website. Als Sport- und Fitnesskaufmann-/frau hast Du dabei stets die Kosten im Blick.

Wo kann man als Sport- und Fitnesskaufmann arbeiten?

Wie schon erwähnt arbeiten Sport- und Fitnesskaufleute meistens in Fitnessstudios. Doch auch bei Sportvereinen und -verbänden, Sportschulen oder Sportanlagen (z.B. Golfplatz, Schwimmbäder, Fußballstadion) sowie im Spa- und Wellnessbereich kannst Du als Sport- und Fitnesskauffrau tätig werden.

Was ist der Unterschied zwischen Fitnesstrainer und Fitnesskaufmann?

Beide Berufe haben vor allem den sportlichen Bezug gemeinsam. Sowohl als Fitnesstrainer als auch als Fitnesskaufmann bist Du für die Anleitung, Beratung und Unterstützung von Mitgliedern und Kunden zuständig. In beiden Tätigkeiten erstellst Du Trainingspläne und weist die Kunden an den Geräten ein. 

Als Fitnesstrainer arbeitest Du größtenteils praktisch. Im Gegensatz zum Fitnesskaufmann hast Du keine kaufmännischen Aufgaben, bist also nicht für die Organisation und die Verwaltung zuständig. Umgekehrt ist die Trainerlizenz aber Teil der Ausbildung als Sport- und Fitnesskaufmann. 

Anders als beim Fitnesskaufmann ist der Fitnesstrainer keine staatlich anerkannte Ausbildung. Die Fitnesstrainer C-Lizenz ist beispielsweise nach einem zweitägigen Online-Kurs abgeschlossen, die höchste A-Lizenz beinhaltet insgesamt 27 Tage, für die man etwa 9 bis 12 Monate einplanen sollte.

Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann

Die Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann ist eine duale Ausbildung. Das heißt, dass Deine Ausbildung sich parallel an zwei Orten abspielt: in der Berufsschule und im Ausbildungsbetrieb. In der Berufsschule vermittelt man Dir das theoretische Wissen, während Du die praktischen Fähigkeiten und Kenntnisse vor Ort im Betrieb lernst. Nach und nach übernimmst Du alle Aufgaben, die Dich später im Berufsleben erwarten. 

Größtenteils arbeitest Du als Auszubildender normal im Betrieb, zusätzlich besuchst Du an ausgewählten Tagen die Berufsschule. Als Ausbildungsnachweis musst Du ein Berichtsheft führen, in dem Du Deine Aufgaben und Inhalte festhältst. Dieses Heft wird regelmäßig von Deinem Ausbilder überprüft. 

Die Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann dauert normalerweise 3 Jahre. In der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres findet eine Zwischenprüfung im Bereich „Leistungsprozesse im Sport- und Fitnessbereich“ statt. Am Ende musst Du vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) Deine schriftliche und mündliche Abschlussprüfung absolvieren. Nach bestandener Prüfung darfst Du Dich staatlich anerkannte/r Sport- und Fitnesskaufmann/-frau bezeichnen.

Kann man die Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann verkürzen?

Bei herausragender Leistung oder, wenn Du bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen hast, ist eine Verkürzung der Ausbildungsdauer nach Rücksprache mit dem Arbeitgeber und der Schule möglich. Die Dauer der Ausbildung kann so auf 2,5 oder 2 Jahre reduziert werden. 

 

Welche Voraussetzungen muss man für die Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann erfüllen?

  • Kein Mindestschulabschluss
  • Gute Noten in Mathe, Wirtschaft, Sport & Deutsch
  • Leidenschaft für Sport & Fitness
  • Kontaktfreudigkeit & Kommunikationsfähigkeit
  • Serviceorientierung

Theoretisch kannst Du mit jedem Schulabschluss oder sogar ohne Schulabschluss Sport- und Fitnesskauffrau werden. Die meisten der Azubis haben mindestens einen mittleren Schulabschluss. Je mehr höher qualifizierte sich um einen Platz bewerben, desto schwieriger werden die Chancen mit einem schlechteren oder ohne Abschluss – unmöglich ist es aber nicht. 

Vorteilhaft sind vor allem gute Noten in Mathe und Wirtschaft. Schließlich handelt es sich um eine kaufmännische Ausbildung, für die ökonomische Kenntnisse von großer Bedeutung sind. Für die tägliche Arbeit solltest Du kontaktfreudig sein und über gute Deutschkenntnisse verfügen. Nicht zuletzt sollte Sport Dich interessieren. Vertrittst Du das Motto „Sport ist Mord“, ist die Ausbildung wohl eher nichts für Dich.

Wie läuft die Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann ab?

Eine duale Ausbildung kennzeichnet sich durch den stetigen Wechsel aus Theorie und Praxis. Als Auszubildender bist Du direkt in den Betrieb integriert und übernimmst dort zunehmend anspruchsvollere Aufgaben. Zusätzlich wird Dir in der Schule das notwendige theoretische Hintergrundwissen vermittelt.
 

Theorieunterricht

Der theoretische Unterricht umfasst die Bereiche Betriebswissenschaft, Rechtswissenschaft und natürlich Sport und Fitness. Zu den Fächern zählen: 

  • Dienstleistungsprozesse 
  • Steuerung und Kontrolle 
  • Sport- und Fitnessmanagement 
  • Biologie und Trainingslehre 
  • Marketing 
  • Personalplanung

Eine detaillierte Übersicht der Ausbildungsinhalte findest Du im Rahmenlehrplan.

Praxis

Während der Ausbildung arbeitest Du von Anfang an im Betrieb – in den meisten Fällen in einem Fitnessstudio. Schon nach einiger Zeit gehst Du den Aufgaben eines Fitnesstrainers nach, planst Trainingseinheiten und führst diese unter Aufsicht durch. Auch die Betreuung der Kunden oder potenziellen Kunden am Empfang zählt zu Deinen Aufgaben. Nicht zuletzt bist Du auch bei der Planung und Durchführung von Marketingmaßnahmen beteiligt.

Prüfung & Abschluss

Die Abschlussprüfung besteht aus drei schriftlichen Prüfungen und einem mündlichen Prüfungsgespräch. Wie bereits werden die Prüfungen der kaufmännischen Ausbildungen vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) abgelegt. Die schriftlichen Prüfungen finden an zwei Tagen statt und setzen sich wie folgt zusammen:

  • Angebotsentwicklung und Verkauf (90 Min.) 
  • Wirtschaft- und Sozialkunde (60 Min.) 
  • Kaufmännische Steuerung von Sport- und Fitnessaktionen (120 Min.)

Die mündliche Prüfung im Bereich Trainingsplanung und Beratung findet an einem Extra-Termin statt. Dieser liegt entweder 5 Wochen vor den Sommerferien (Sommerprüfung) oder drei Wochen nach den Winterferien (Winterferien).

Welche Fragen werden in der mündlichen Prüfung gestellt?

Die mündliche Prüfung dauert insgesamt 45 Minuten. Du hast 30 Minuten Zeit, einen Trainingsplan für einen Kunden zu erstellen. Danach folgt die 15-minütige Gesprächssimulation. In diesem Gespräch sollst Du nachweisen, dass Du folgendes kannst: 

  • Trainingsplan erstellen und die Umsetzung dem Kunden erklären
  • Kunden beraten
  • Gespräche situationsgerecht führen 

Welche genauen Fragen in der mündlichen Prüfung gestellt werden, wird im Vorfeld natürlich nicht verraten. In der Regel beziehen diese sich auf das vorliegende Fallbeispiel und die individuelle Leistung.

Sport- und Fitnesskaufmann: Gehalt während der Ausbildung

Im Laufe Deiner Ausbildungszeit werden Dir immer mehr und auch anspruchsvollere Aufgaben übertragen. Das macht sich natürlich auch an der Höhe des Gehalts bemerkbar. Grundsätzlich fällt Dein Gehalt in der Ausbildung je nach Bundesland, Branche und Tarifbindung unterschiedlich aus. 

Lernst Du in einem Ausbildungsbetrieb, der an einen Tarifvertrag gebunden ist, ist Dein Gehalt als angehender Sport- und Fitnesskauffrau fest geregelt. Allerdings gelten je nach Branche und Bundesland auch andere Tarifverträge. Durchschnittlich kannst Du während der Sport- und Fitnesskaufmann Ausbildung mit folgendem Gehalt rechnen: 

  • Im 1. Ausbildungsjahr: ca. 600 bis 700 € brutto 
  • Im 2. Ausbildungsjahr: ca. 650 bis 750 € brutto 
  • Im 3. Ausbildungsjahr: ca. 750 bis 900 € brutto

Bist Du nicht in einem tariflich gebundenen Betrieb, kann Dein Gehalt höher oder niedriger ausfallen: Für die Verhandlungen bist Du selbst verantwortlich. Der durchschnittliche Verdienst kann für die Gehaltsverhandlung aber ein guter Orientierungsrahmen sein. 

 

Sport- und Fitnesskaufmann: Gehalt nach der Ausbildung

Hast Du Deine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, kannst Du mit einem Einstiegsgehalt von ca. 2.150 Euro brutto rechnen. Je nach Arbeitgeber, Lage und Größe des Betriebs oder auch dem Grad Deiner Verantwortung kann das Gehalt entsprechend abweichen. Weiterbildungen oder weitere Lizenzen erhöhen Deine Chance auf einen höheren Verdienst. Mit steigender Berufserfahrung kannst Du mit einem Gehalt von ca. 3.200 Euro brutto rechnen. 

Wie schon erwähnt wirken sich viele Faktoren auf die tatsächliche Höhe Deines Gehalts aus. Innerhalb Deutschlands gibt es hier von Region zu Region deutliche Unterschiede. Im Schnitt verdienst Du als Sport- und Fitnesskaufmann in Deutschland 2.956 Euro brutto im Monat.

Grafik: Durchschnittliches Gehalt als Sport- und Fitnesskaufmann in den Bundesländern in Deutschland.

Quelle: GEHALT.de. (2024). Gehälter nach Bundesland: Sport und Fitnesskaufmann (m/w). https://www.gehalt.de/beruf/sport-und-fitnesskaufmann-frau

 

Welche Möglichkeiten zur Weiterbildung habe ich als Sport- und Fitnesskaufmann?

Hinsichtlich der Weiterbildung als Sport- und Fitnesskaufmann hast Du mehrere Optionen. Diese hängen auch davon ab, welches Ziel Du durch die Weiterbildung erreichen möchtest: Möchtest Du Dein Wissen aktuell halten und Dich thematisch weiterentwickeln, ist eine Anpassungsfortbildung geeignet. Willst Du Karriere machen und mehr Verantwortung übernehmen, sind Aufstiegsfortbildungen oder ein Studium die richtige Wahl.
 

Anpassungsfortbildung

Diese Form der Weiterbildung ist nützlich, um über neue Entwicklungen bestens informiert zu sein. Dazu zählen z.B. Neuerungen in den Bereichen Sportmanagement, Finanz- und Rechnungswesen, Kundenservice oder Marketing.
 

Aufstiegsfortbildung

Willst Du Karriere machen, ist die Aufstiegsfortbildung geeigneter. Sie sorgen dafür, dass Du mehr Verantwortung übernehmen oder im Management tätig werden kannst. Eine typische Weiterbildung als Sport- und Fitnesskaufmann ist die Weiterbildung zum Sport- oder Fitness-Fachwirt. Die Aufstiegsfortbildung dauert normalerweise 18 Monate und kostet ca. 2300 Euro. Mit dem Fachwirt erlangst Du die Hochschulzugangsberechtigung, wodurch Du berechtigt bist, z.B. auch ohne abgeschlossenes Abitur zu studieren.
 

Studium

Im Bereich Sport gibt es einige interessante Studiengänge, die Dir weitere Karrieretüren öffnen können. Passende Studiengänge sind z.B.: 

  • Sportmanagement B.A.
  • Sportwissenschaften B.A.
  • BWL mit Sportmanagement B.A.
  • Ernährung & Fitness in der Prävention B.Sc.

Selbstständigkeit

Als eine Sonderform der Weiterbildung kann man die Selbstständigkeit sehen. Sie ist für viele ein gewagter Schritt, kann aber auch für eine große persönliche und berufliche Entwicklung bzw. Weiterbildung sorgen. 

Nach Deinem Abschluss als Sport- und Fitnesskaufmann kannst Du Dich auch einfach selbstständig machen und beispielsweise ein eigenes Fitnessstudio eröffnen.

Fazit: Warum sollte man Sport- und Fitnesskaufmann werden? 

Die Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann verbindet das Sportpraktische mit dem Kaufmännischen. Das bringt Dir später einen großen Vorteil: Im Fitnessstudio oder in einem Verein bist Du an fast jeder Stelle einsetzbar. So kannst Du praktisch als Fitnesstrainer/in arbeiten oder aber auch im Marketing oder Kundenservice eingesetzt werden. Als breit aufgestellter Mitarbeitender bist Du so sehr gefragt. 

Auch nach Deiner Ausbildung hast Du viele Optionen zur Weiterbildung, die Dir nicht nur mehr Aufgaben oder Verantwortung, sondern auch einen höheren Verdienst einbringen. Gleichzeitig sorgst Du mit Deiner Arbeit für zufriedene Kundschaft und kannst deren Lebensqualität und -erwartung nachhaltig erhöhen.

FAQ

Wie viel Du als Sport- und Fitnesskaufmann hängt von verschiedenen Faktoren wie z.B. Deinem Wohnort, dem Betrieb und der Tarifbindung ab. Durchschnittlich liegt Dein Gehalt bei 2168 € brutto.
Auch als Quereinsteiger kannst Du im Fitnessstudio arbeiten. Beispielsweise kannst Du Dich zum Fitnesstrainer ausbilden lassen. Auch als Ernährungsberater kannst Du im Fitnessbereich tätig werden. Du kannst auch als Quereinsteieger noch eine Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann beginnen und dann im Fitnessstudio arbeiten.
Für die Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann gibt es keinen Mindestschulabschluss. Auch ohne Schulabschluss kannst Du die Ausbildung absolvieren. Mit der Mittleren Reife oder mit der Hochschulreife hast Du natürlich bessere Chancen auf einen Ausbildungsplatz.

Weiterführende Quellen