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Umweltingenieur:
Studium, Aufgaben & Gehalt

  • Autor: Laura Lindemann
  • Aktualisiert: 05.03.2024
  • Lesedauer: 7 Minuten
unweltingenieur werden

Factsheet

Empfohlener Schulabschluss: (Fach-)Abitur
Ausbildungsart: Studium
Ausbildungsdauer: 6-7 Semester (Bachelor)
Einstiegsgehalt: ca. 3800 €
Arbeitsorte: Unternehmen (z.B. Energie- oder Recyclingbranche), Umweltschutzverbände, Behörden
Arbeitszeiten: Gleitzeit

Was macht ein Umweltingenieur?

Du interessierst Dich für technische Lösungen und Themen wie Nachhaltigkeit und Umweltschutz? Dann kann der Beruf des Umweltingenieurs interessant für Dich sein! Der Green Job verknüpft Ingenieurwissenschaften mit der ökologischen Perspektive – technischer Fortschritt und Umweltschutz müssen sich nämlich nicht zwangsläufig widersprechen.

In den verschiedensten Branchen kümmerst Du dich darum, technische Maßnahmen und Verfahren zu planen, zu entwickeln und zu überwachen. Dabei steht der Umweltschutz und die Ressourcenschonung für Dich als Umweltingenieur immer im Vordergrund.

Die Aufgaben sind dabei sehr vielfältig, abhängig vom Bereich, in dem Du tätig bist. Zum Beispiel kannst Du als Umweltingenieur Folgendes machen:

  • Entwicklung von Anlagen, Geräten und Verfahren zur Umweltanalyse oder zum Umweltschutz (z.B. Windparks, Wasser-Speichersysteme und Recyclinganlagen)
  • Stadtplanung
  • Planung von Bauvorhaben
  • Bewertung von potenziellen Umweltschäden und Erstellung von Gutachten
  • Beratung von Firmen aller Branchen
  • Gebäudemanagement

Wo kann ich als Umweltingenieur arbeiten?

Als Umweltingenieur stehen Dir viele berufliche Felder offen. Beispielsweise kannst Du in der Forschung arbeiten, Dich um die technische Umsetzung von Umweltschutzmaßnahmen kümmern oder beratend tätig werden.

In Unternehmen der Chemischen Industrie oder Elektroindustrie bist Du genauso gefragt wie im Bauwesen, bei Behörden oder Umweltschutzorganisationen.

Zu den Schwerpunkten des Umweltingenieurs zählen zum Beispiel:

  • Erneuerbare Energien
  • Umweltwissenschaft
  • Energiemanagement
  • Wassertechnik
  • Abfallwirtschaft

Umweltingenieur: Studium

Wenn du Umweltingenieur werden willst, musst Du ein Studium abschließen. Dabei gibt es nicht das eine Umweltingenieur-Studium. Viele Hochschulen und Fachhochschulen bieten ähnliche Studiengänge an, die sich inhaltlich teils überschneiden, aber auch unterscheiden können.

Teilweise wird das Studium auch dual angeboten, also in Kooperation mit einem Unternehmen. Hier wechseln sich Theorie und Praxis regelmäßig ab. Die Theoriephasen verbringst Du in der Uni, während Du in den Semesterferien im Unternehmen arbeitest.

Übliche Studiengänge sind zum Beispiel:

  • Bau- und Umweltingenieurwesen
  • Umweltingenieurwesen bzw. Umweltingenieurwissenschaften
  • Umweltingenieurwesen und -management
  • Wasser- und Bodenmanagement

Teils werden die Studiengänge auch auf Englisch angeboten. Je nach Studiengang erhältst Du nach ungefähr sechs bis sieben Semestern (Regelstudienzeit) den Abschluss Bachelor of Science oder Bachelor of Engineering.

Welche Voraussetzungen muss ich für das Umweltingenieur-Studium erfüllen?

  • (Fach-)Hochschulreife
  • Meistens keine Zulassungsbeschränkung (NC)
  • ggf. Vorpraktikum
  • Gute Noten in Naturwissenschaften (Mathematik, Biologie, Chemie, Physik)
  • Analytisches Denken
  • Interesse am Umweltschutz
  • Technikaffinität
  • Verantwortungs- und Gefahrenbewusstsein
  • Kommunikationsstärke
  • Schnelle Auffassungsgabe
  • Eigeninitiative

Für das Bachelor-Studium in Umweltingenieurwesen (oder einen der ähnlichen genannten Studiengänge) solltest Du die Allgemeine Hochschulreife (Abitur) bzw. die Fachhochschulreife (Fachabitur) haben. Gegebenenfalls kannst Du auch mit einer vorhandenen Meisterprüfung oder einer gleichgestellten beruflichen Qualifikation das Studium beginnen.

In den meisten Fällen gibt es keine Zugangsbeschränkung durch einen Numerus clausus (NC). Je nach Universität / Hochschule, dem Studienjahr und der Anzahl an Bewerbenden kann aber ein variierender NC festgelegt werden. Viele der Universitäten fordern vor Studienbeginn ein Vorpraktikum, das meist bis zum Ende des 2. Semesters nachgewiesen werden muss.

Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Umweltingenieur-Studium ist, dass Dich Themen wie Umweltschutz und Nachhaltigkeit begeistern. Naturwissenschaftliche Fächer wie Biologie, Chemie, Physik sowie Mathematik und Technik sollten Dir keine Schwierigkeiten bereiten. Bringst Du zusätzlich Stärken wie Analytisches Denken, Verantwortungs- und Gefahrenbewusstsein, eine schnelle Auffassungsgabe und Kommunikationsstärke mit, bist Du für das Studium gut gewappnet.

Wie läuft das Umweltingenieur-Studium ab?

Anders als bei einer staatlichen Ausbildung, die einheitlich geregelt ist und sich inhaltlich kaum unterscheidet, kann ein Studium je nach Universität oder Hochschule sehr unterschiedlich aussehen. Das betrifft sowohl grundlegende Dinge wie die Regelstudienzeit oder auch inhaltliche Themen.

Generell hat ein Bachelor-Studium im Bereich Umweltingenieurwesen meist eine Regelstudienzeit von 6 oder 7 Semestern, also 3 oder 3,5 Jahren. Es ist aber nicht unüblich, gegebenenfalls auch länger für den Abschluss zu brauchen.

Was genau du lernst, steht in der Prüfungsordnung Deines Studiengangs. In den ersten Semestern bekommst Du vor allem Grundkenntnisse in den verschiedenen naturwissenschaftlichen und ingenieurtechnischen Bereichen sowie Betriebswirtschaftslehre vermittelt. Die späteren Semester dienen der Vertiefung in den Bereichen Boden, Wasser, Luft und Energie. Typische Fächer im Umweltingenieurwesen-Studium sind zum Beispiel:

  • Grundlagen der Mechanik
  • Umweltverfahrenstechnik
  • Umwelt- und Raumplanung
  • Umweltrecht
  • Energieeffizientes und nachhaltiges Bauen
  • Kreislaufwirtschaft
  • Geotechnik
  • Anlagenplanung und -betrieb

Die Inhalte werden dir Dabei in Form von Vorlesungen sowie Projekt- und Laborarbeiten vermittelt. Am Ende musst Du eine Bachelorarbeit schreiben. Studierst Du an einer Hochschule, erwartet Dich meistens noch eine Praxisphase. Das vorgeschriebene Praktikum soll Dir den Berufseinstieg als Umweltingenieur erleichtern.

Umweltingenieur: Gehalt

Wie viel Du als Umweltingenieur verdienst, hängt wie auch in anderen Berufen von verschiedenen Einflussfaktoren ab. Generell kannst Du mit einem ähnlichen Gehalt wie Ingenieure aus anderen Fachbereichen rechnen.

Je nach Berufserfahrung, Ausbildung, Branche, Region und Unternehmensgröße kann es zu großen Gehaltsunterschieden kommen. Beispielsweise verdienst Du deutlich mehr, wenn Du mit einem Bachelor, Master oder Doktor in den Beruf einsteigst, als wenn Du „nur“ eine Berufsausbildung im Bereich abgeschlossen hast.

Dein Einstiegsgehalt wird ungefähr bei 3.800 Euro brutto liegen. Mit steigender Berufserfahrung und Verantwortung, kannst Du bis zu 6.000 Euro brutto im Monat verdienen.

Gehalt nach Bundesländern

Wie schon erwähnt hängt Dein Umweltingenieur Gehalt auch von der Region an, in der Du arbeitest. Je nach Bundesland fällt das Gehalt unterschiedlich hoch aus. Durchschnittlich verdient ein Umweltingenieur in Deutschland 4.555 € brutto im Monat. Am höchsten ist Dein Verdienst in Baden-Württemberg, am wenigsten Gehalt bekommst Du in Mecklenburg-Vorpommern.

Grafik: Durchschnittliches Gehalt als Umweltingenieur in den Bundesländern in Deutschland

Quelle: GEHALT.de. (2023). Umweltingenieur/in. https://www.gehalt.de/beruf/umweltingenieur-umweltingenieurin

Fazit: Warum sollte ich Umweltingenieur werden?

Als Umweltingenieur bist Du in vielem Branchen sehr gefragt. Nachhaltigkeit wird von immer größerer Bedeutung für die Gesellschaft und die Unternehmen. Mit Deiner Arbeit kannst Du dabei mitwirken, Maschinen, Anlagen und Geräte umweltfreundlicher zu gestalten. Mit diesem „Green Job“ leistest Du einen wichtigen Beitrag, um den Lebensraum von Menschen, Pflanzen und Tieren zu erhalten. Die Zukunftsaussichten sind dabei ebenso rosig wie das Gehalt, dass Dich je nach Ausbildung schon zum Berufseinstieg erwarten kann.

Häufige Fragen

Als Umweltingenieur entwickelst Du Konzepte, Geräte und Verfahren für eine umweltfreundliche Industrie. Außerdem analysierst Du Schadstoffe in Luft, Boden und Wasser und bewertest mögliche Umweltschäden.
Durchschnittlich verdienst Du als Umweltingenieur etwa 4500 Euro brutto im Monat. Die Gehaltsspanne ist aber recht groß und kann von 3250 bis über 6000 Euro brutto reichen – je nach Ausbildung, Berufserfahrung, Bundesland, Branche und Unternehmensgröße.
Um Umweltingenieur zu werden, musst Du ein Studium im Bereich Umweltingenieurwesen abschließen, z.B. Umweltingenieurwesen und -management, Umweltingenieurwissenschaften oder Bau- und Umweltingenieurwesen.
Umweltingenieurwesen wird meistens ohne Zulassungsbeschränkung, also als NC-freier Studiengang angeboten. Je nach Universität, Studienbeginn und Anzahl der Bewerbenden kann es aber auch einen NC geben.