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Elektroniker: Ausbildung & Gehalt

  • Autor: Laura Lindemann
  • Aktualisiert: 31.10.2023
  • Lesedauer: 10 Minuten
Titelbild: Elektroniker

Factsheet

Empfohlener Schulabschluss: Hauptschulabschluss
Ausbildungsart: Duale Ausbildung
Dauer der Ausbildung: 3,5 Jahre
Einstiegsgehalt: ca. 2400 ‚ā¨
Arbeitsorte: Elektrotechnikbetriebe, Fahrzeugbau, Energieversorger
Arbeitszeiten: Gleitzeit, ggf. Schichtdienst

Was macht ein Elektroniker?

Wie der Name schon sagt, beschäftigst Du Dich als Elektroniker:in mit allen möglichen Aufgaben rund um das Thema Elektrik: Kabel verlegen, Spannung messen oder elektronische Bauteile montieren bereitet Dir keine Schwierigkeiten.

Im Bereich der Elektronik gibt es viele verschiedene Fachrichtungen. Du kannst sowohl in der Industrie als auch im Handwerk tätig werden. Zum Elektroniker im Handwerk zählen die Fachrichtungen Energie und Gebäudetechnik (bis 2003: Elektriker) und Automatisierungs- und Systemtechnik.

Als Elektroniker:in im Bereich Energie und Gebäudetechnik erwarten Dich zum Beispiel folgende Aufgaben:

  • Planung, Installation und Wartung von elektronischen Systemen und Anlagen in Geb√§uden (z.B. Energieversorgung, Beleuchtung, K√§lte- und Klimaanlagen, √úberwachungssysteme)
  • Anschlie√üen von elektronischen Ger√§ten wie Waschmaschinen und Herde; Sicherungen und Anschl√ľsse im Geb√§ude

Demgegen√ľber bist Du als Elektroniker:in der Fachrichtung Automatisierungs- und Systemtechnik vor allem f√ľr elektronische Industrieanlagen zust√§ndig. Heutzutage laufen die meisten Produktionsanlagen automatisch. Du achtest genau darauf, dass alles richtig installiert ist und keine St√∂rungen auftreten. Und sollte doch etwas nicht funktionieren, bist Du f√ľr die Fehlerbehebung zust√§ndig.

Wo kann ich als Elektroniker:in arbeiten?

Wo Du als Elektroniker:in arbeiten wirst, hängt vor allem auch von Deiner gewählten Fachrichtung ab. Anstellung findest Du beispielsweise in Elektrotechnikbetrieben, im Fahrzeugbau oder Energieversorgungsunternehmen. Auch die Bundeswehr, Rundfunkveranstalter oder Fluggesellschaften können Dein Arbeitgeber werden. Dabei bist Du die meiste Zeit in Werk- und Produktionshallen beschäftigt.

Ausbildung zum Elektroniker

Wenn du Elektriker:in werden willst, musst Du eine duale Ausbildung absolvieren. Das bedeutet, dass Deine Ausbildung gleichzeitig in der Berufsschule und in Deinem Ausbildungsbetrieb stattfindet. An zwei Tagen in der Woche oder im Blockunterricht am Wochenende wird Dir in der Berufsschule das theoretische Wissen vermittelt, das Du praktisch direkt im Betrieb anwenden kannst.

Als Ausbildungsnachweis musst Du ein schriftliches Berichtheft f√ľhren, das regelm√§√üig von Deinem:r Ausbilder:in √ľberpr√ľft wird. In diesem Heft notierst Du Deine Aufgaben und Lerninhalte.

Die Elektroniker-Ausbildung dauert normalerweise 3,5 Jahre. Vor Ende des 2. Ausbildungsjahres musst Du bereits den ersten Teil Deiner Gesellenpr√ľfung ablegen. Am Ende der Ausbildung folgt dann der zweite Teil der Abschlusspr√ľfung. Hast Du die Pr√ľfung erfolgreich bestanden, darfst Du Dich als staatlich gepr√ľfter Elektroniker-Geselle bezeichnen.

Welche Voraussetzungen muss ich f√ľr die Ausbildung zum Elektroniker erf√ľllen?

  • Kein Mindestschulabschluss
  • Gute Noten in Mathematik, Physik (und Informatik)
  • Handwerkliches Geschick
  • K√∂rperliche Fitness
  • Logisches Denken
  • Eigenverantwortliches Arbeiten
  • Kommunikationsf√§higkeit
  • Feinmotorik

Generell kannst Du mit jedem Schulabschluss die Elektroniker-Ausbildung beginnen. Der Großteil der Auszubildenden hat aber mindestens einen Hauptschulabschluss oder den Realschulabschluss.

Im Berufsalltag sind gute Noten in Mathematik und Physik von Vorteil. Gute Mathekenntnisse helfen Dir beim Berechnen von elektrischen Gr√∂√üen von Widerst√§nden oder Str√∂men. Als Elektroniker:in arbeitest Du viel mit Spannung und Strom. Gute Physikkenntnisse sind n√ľtzlich, um den Aufbau und die Funktionsweise verschiedener Bauteile zu verstehen. Im Bereich der Automatisierungs- und Systemtechnik k√∂nnen Informatikkenntnisse vorteilhaft sein, um Anlagen grundlegend zu programmieren.

Neben den schulischen F√§higkeiten solltest Du √ľber einige zus√§tzliche St√§rken und Soft Skills verf√ľgen: Handwerkliches Geschick und logisches Denken ist f√ľr die Arbeit des Elektronikers unverzichtbar. Im Umgang mit Strom kann Feinmotorik wichtig sein. Da Du die Arbeit oft auf Leitern, √ľber Kopf oder in geb√ľckter Haltung verrichtest, solltest Du unbedingt k√∂rperlich fit sein. Besonders im Kundenkontakt und im Team solltest Du kommunikationsstark sein.

Wie läuft die Ausbildung zum Elektroniker ab?

In der dualen Ausbildung finden Theorie und Praxis parallel statt. Als Auszubildende:r bist Du direkt in den Betrieb integriert und √ľbernimmst dort immer anspruchsvollere Aufgaben. In der Schule bekommst Du das notwendige theoretische und praktische Wissen beigebracht.

Schon zu Beginn der Ausbildung entscheidest Du Dich f√ľr eine der beiden Fachrichtungen (Energie- und Geb√§udetechnik oder Automatisierungs- und Systemtechnik).

Theorieunterricht

Allgemeinbildende Fächer wie Wirtschafts- und Sozialkunde und Deutsch sind immer Teil einer Ausbildung. Vor allem lernst Du aber die berufsspezifische Theorie kennen. So befasst Du Dich zum Beispiel mit:

  • Grundlagen der Elektrotechnik
  • Schaltungs- und Ger√§tetechnik
  • Analyse technischer Systeme
  • Qualit√§tssicherungsma√ünahmen

Je nach Schwerpunkt kommen noch weitere Inhalte hinzu. Genauere Informationen findest Du in Deinem Ausbildungsrahmenplan.

Praxis

Im Betrieb werden Dir vor allem die praktischen Inhalte vermittelt. Anfangs darfst Du meist nur zuschauen, im Laufe Deiner Elektriker-Ausbildung darfst Du aber immer mehr Aufgaben √ľbernehmen. Du lernst zum Beispiel, wie man Schaltpl√§ne liest und zeichnet, wirst √ľber Sicherheitsregeln aufgekl√§rt und lernst wichtige Tricks im Bereich der Kundenberatung. Auch der Umgang mit Materialien und Software wird Dir in der Ausbildung beigebracht.

Gesellenpr√ľfung

Den ersten Teil Deiner Abschlusspr√ľfung absolvierst Du bereits im zweiten Ausbildungsjahr. In der Pr√ľfung wirst Du im Bereich Elektrotechnische Anlagen und Betriebsmittel beurteilt. Du musst eine Arbeitsaufgabe erledigen, die zus√§tzlich situative Gespr√§chsphasen und schriftliche Aufgabenstellungen beinhaltet. F√ľr die Durchf√ľhrung der Arbeitsaufgabe hast du 8 Stunden Zeit. Das Fachgespr√§ch dauert insgesamt h√∂chstens 10 Minuten, der schriftliche Teil umfasst maximal 120 Minuten.

Der zweite Teil der Gesellenpr√ľfung findet am Ende der Berufsausbildung statt. Er besteht aus drei schriftlichen und einer praktischen Pr√ľfung. Schriftliche Aufgaben sind:

  1. Systementwurf (120 Minuten)
  2. Funktions- und Systemanalyse (120 Minuten)
  3. Wirtschafts- und Sozialkunde (60 Minuten)

Die praktische Pr√ľfung findet im Bereich Kundenauftrag statt. Dabei musst Du nachweisen, dass Du eine geb√§udetechnische bzw. Automatisierungsanlage anhand eines Kundenauftrags errichten, √§ndern oder instandhalten kannst. F√ľr die Arbeitsaufgabe, die einem Kundenauftrag entspricht, hast du 16 Stunden Zeit. W√§hrend der Durchf√ľhrung wird ein situatives Fachgespr√§ch gef√ľhrt, das h√∂chstens 20 Minuten dauert.

Weitere Informationen zum Rahmenlehrplan und den Pr√ľfungen findest Du hier.

Elektroniker: Gehalt während der Ausbildung

Wie hoch Dein Gehalt ist, h√§ngt von verschiedenen Einfl√ľssen ab: Dein Fachbereich, in welchem Bundesland Du arbeitest und in welcher Branche Du t√§tig bist. Auch die Tarifbindung spielt eine gro√üe Rolle. In vielen Branchen gibt es Tarifvertr√§ge (z.B. Elektrohandwerk), die Dir schon w√§hren der Ausbildung ein sehr gutes Gehalt einbringen. W√§hrend der Ausbildung zum:r Elektroniker:in kannst Du mit folgendem Gehalt rechnen:

  • Im 1. Ausbildungsjahr: ca. 700-1000 ‚ā¨ brutto
  • Im 2. Ausbildungsjahr: ca. 845-1100 ‚ā¨ brutto
  • Im 3. Ausbildungsjahr: ca. 895-1200 ‚ā¨ brutto
  • Im 4. Ausbildungsjahr: ca. 945-1250 ‚ā¨ brutto

Elektroniker: Gehalt nach der Ausbildung

Im Vergleich zu anderen handwerklichen Berufen ist das Gehalt schon w√§hrend der Ausbildung hoch. Auch nach der Ausbildung kannst Du als Elektroniker:in mit einem √ľppigen Gehalt rechnen. Generell wirken sich auch hier die eben genannten Faktoren wie Fachgebiet, Wohnort und Tarifbindung auf Dein Gehalt aus. Grunds√§tzlich kannst Du mit einem Einstiegsgehalt von ca. 2400 ‚ā¨ brutto rechnen.

Mit zunehmender Berufserfahrung und Weiterbildungen steigt Dein Gehalt weiter an. Im Laufe deines Berufslebens kannst Du von einem Durchschnittsgehalt von ca. 3900 ‚ā¨ brutto ausgehen.

Elektrohandwerk-Tarifvertrag

Als ausgebildete:r Elektroniker:in wirst Du in vielen Betrieben nach Tarif bezahlt. F√ľr Berlin, Brandenburg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen gibt es einen Tarifvertrag im Elektrohandwerk. Aktuell gibt es folgende Entgelte:

Tabelle: Elektrohandwerk-Tarifvertrag. Löhne/Entgelt.

Quelle: IG Metall. Tariftabellen: Metall und Elektro ‚Äď Branchen und Handwerke. Verf√ľgbar unter: https://www.igmetall.de/tarif/tariftabellen/metall-und-elektro-branchen-und-handwerke

Nach der abgeschlossenen Ausbildung wirst du der Entgeltgruppe 5 zugeordnet. Mit anerkannten Weiterbildungen und entsprechender Aufgaben kannst Du bis zur Entgeltgruppe 8 aufsteigen. Kannst Du ein Bachelor- oder Masterstudium im Elektronikbereich nachweisen, sind EG 9 bis 12 denkbar. Das bedeutet f√ľr Dich, dass Dich nach dem Tarifvertrag f√ľr das Elektrohandwerk ein Gehalt von ca. 2800 ‚ā¨ bis hin zu 5100 ‚ā¨ brutto im Monat erwarten kann.

Elektroniker-Gehalt: Unterschiede nach Bundesländern

Auch abseits des Tarifvertrags kann es einige Gehaltsunterschiede geben. Durchschnittlich verdienst Du in Deutschland als Elektroniker:in im Bereich Energie- und Geb√§udetechnik 3395 ‚ā¨. Im Bereich Automatisierungs- und Systemtechnik erwartet Dich ein Durchschnittsgehalt von 4013 ‚ā¨. Am meisten Gehalt bekommst Du √ľblicherweise in Baden-W√ľrttemberg, am wenigsten in Sachsen.

Grafik: Durchschnittliches Gehalt als Elektroniker f√ľr Energie- und Geb√§udetechnik in den Bundesl√§ndern in Deutschland

Quelle: Bundesagentur f√ľr Arbeit (2022). Entgeltatlas ‚Äď Entgelt f√ľr den Beruf: Elektroniker/in – Energie- und Geb√§udetechnik. https://web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/beruf/15637

Grafik: Durchschnittliches Gehalt als Elektroniker f√ľr Automatisierungs- und Systemtechnik in den Bundesl√§ndern in Deutschland

Quelle: Bundesagentur f√ľr Arbeit (2022). Entgeltatlas ‚Äď Entgelt f√ľr den Beruf: Elektroniker/in – Automatisierungs- und Systemtechnik. https://web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/beruf/134712

Wie kann ich mich als Elektroniker weiterbilden?

Wenn Du Dich als Elektroniker:in weiterbilden m√∂chtest, hast Du einige Optionen. Je nachdem, welches Ziel Du mit der Weiterbildung erreichen willst: M√∂chtest Du Dein Wissen aktuell halten, ist eine Anpassungsfortbildung geeignet. M√∂chtest du Karriere machen und mehr Verantwortung √ľbernehmen, sind Aufstiegsfortbildungen oder ein Studium die richtige Wahl.

Anpassungsfortbildung

Anpassungsfortbildungen sind n√ľtzlich, um √ľber aktuelle Entwicklungen informiert zu sein. Diese betreffen vor allem die Bereiche Elektronik, Automatisierungstechnik, Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik, Informations- und Kommunikationstechnik sowie Elektrotechnik.

Aufstiegsfortbildung

Einen Karriere-Boost verschafft Dir die Aufstiegsfortbildung. Folgende Fort- und Weiterbildungen könnten interessant sein:

  • Techniker ‚Äď Elektrotechnik
  • Techniker ‚Äď Geb√§udesystemtechnik
  • Prozessmanager ‚Äď Elektrotechnik
  • Elektrotechnikermeister

Studium

Wie schon erwähnt, kannst Du der Ausbildung auch ein Studium anschließen, um beruflich aufzusteigen. Voraussetzung ist hier normalerweise das (Fach-)Abitur. In manchen Fällen kannst Du aber auch ohne (Fach-)Abitur studieren. Hier solltest Du Dich im Vorfeld bei der Hochschule Deiner Wahl informieren. Relevante Studiengänge sind zum Beispiel:

  • Elektrotechnik und Informationstechnik
  • Mechatronik
  • Automatisierungstechnik
  • Elektromobilit√§t
  • Mikrosystemtechnik

Fazit: Warum soll ich Elektroniker werden?

Elektrotechnik ist ein breites Gebiet mit sehr vielf√§ltigen Bereichen. Je nachdem f√ľr welchen Fachbereich Du Dich entscheidest, kommen sehr unterschiedliche Aufgaben auf Dich zu. Ob in der Autoproduktion oder in bei der Installation von √úberwachungsanalagen ‚Äď Dein Fachwissen rund um Strom und Spannung ist gefragt. Mit modernen Systemen sorgst du f√ľr weniger Fehler und auch f√ľr ressourcenschonende Elektronik.

Schon während der Ausbildung erwartet Dich ein solides Gehalt, welches je nach Spezialisierung, Wohnort und Tarif noch erheblich ansteigen kann. Auch hinsichtlich der Weiterbildung stehen Dir als Elektroniker:in viele Wege offen.

Häufige Fragen

Ob Stromkabel verlegen oder automatische Maschinen einrichten ‚Äď als Elektroniker hast Du viele unterschiedliche Aufgaben. Was genau Du machst, h√§ngt vor allem von Deiner Fachrichtung ab.
Es gibt zwischen Elektriker und Elektroniker keinen Unterschied. Die Bezeichnung Elektriker ist veraltet und wurde seit 2003 offiziell durch die Bezeichnung Elektroniker ersetzt. Meist ist der klassische Elektriker der heutige Elektroniker f√ľr Energie- und Geb√§udetechnik.
Je nach Fachbereich verdienst Du als Elektroniker durchschnittlich ca. 3900 bis 4000 ‚ā¨. Auch der Wohnort, eine m√∂gliche Tarifbindung und die Berufserfahrung wirken sich auf das Gehalt aus.
Während der Ausbildung verdienst Du im Laufe der Jahre etwa 700 bis 1200 Euro brutto.