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Immobilienkaufmann: Ausbildung, Aufgaben & Gehalt

  • Autor: Laura Lindemann
  • Aktualisiert: 22.11.2023
  • Lesedauer: 10 Minuten
Immobilienkaufmann werden

Factsheet

Empfohlener Schulabschluss: Mittlere Reife
Ausbildungsart: Duale Ausbildung
Dauer der Ausbildung: 3 Jahre
Einstiegsgehalt: ca. 2500 ‚ā¨
Arbeitsorte: Unternehmen der Immobilienwirtschaft, Handels- und Industrieunternehmen, Immobilienabteilung von Banken, Bausparkassen und Versicherungen
Arbeitszeiten: unregelmäßig, öfter abends oder am Wochenende

Was macht ein Immobilienkaufmann?

Als Immobilienkaufmann bist Du ein Allrounder in der Immobilienwirtschaft. Dich erwarten sehr vielfältige Aufgaben mit viel Abwechslung. Zu den typischen Aufgaben des Immobilienkaufmanns gehören:

  • Neubau und Sanierung von Objekten
  • Kauf, Verkauf und Vermietung von Immobilien
  • Verwaltung von Geb√§uden und Grundst√ľcken

Was ist der Unterschied zwischen Immobilienkaufmann und Immobilienmakler?

Die beiden Berufe Immobilienkaufmann und Immobilienmakler werden oft miteinander verwechselt. Dabei gibt es einige bedeutende Unterschiede.

  1. Ausbildung: Beim Immobilienkaufmann handelt es sich um einen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf. Immobilienmakler hingegen ist eine spezifische T√§tigkeit, die auch von Immobilienkaufleuten √ľbernommen werden kann. Um Immobilienmakler zu werden, braucht man nur eine Gewerbeerlaubnis. Eine anerkannte Ausbildung gibt es nicht. Das macht den Beruf ideal f√ľr Quereinsteiger.
  2. Aufgaben: Immobilienmakler k√ľmmern sich haupts√§chlich um den Kauf und Verkauf von Immobilien. Sie haben eine vermittelnde T√§tigkeit zwischen Angebot und Nachfrage. Zwar ist dieser Aufgabenbereich auch Teil der Ausbildung zum Immobilienkaufmann, aber nicht die Hauptaufgabe derer. Immobilienkaufleute √ľbernehmen deutlich mehr Aufgaben, vor allem auch im kaufm√§nnischen Bereich und der Verwaltung.
  3. Besitz: Der Immobilienkaufmann besitzt die Immobilien. Er vermietet und verwaltet sie. Demgegen√ľber handeln Immobilienmakler immer nur im Auftrag des K√§ufers bzw. des Verk√§ufers. Daf√ľr bekommen sie eine Provision, wenn die Vermittlung erfolgreich war.

Wo kann ich als Immobilienkaufmann arbeiten?

Als Immobilienkaufmann kannst Du in verschiedensten Immobilienunternehmen arbeiten. Dazu geh√∂ren zum Beispiel Wohnungsgesellschaften, Wohnungsgenossenschaften oder Wohnungsbauunternehmen. Auch f√ľr Immobilien- und Projektentwickler kannst Du arbeiten. Immobilienkaufleute werden auch in der Immobilienabteilung von Banken, Sparkassen und Versicherungen angestellt.

Ausbildung zum Immobilienkaufmann

Wenn du Immobilienkaufmann werden willst, musst Du eine 3-jährige duale Ausbildung absolvieren. Das bedeutet, dass Deine Ausbildung im Wechsel in der Berufsschule und in Deinem Ausbildungsbetrieb stattfindet. Du arbeitest im Betrieb und lernst dort die praktische Seite des Berufs kennen. Im Blockunterricht oder an festen Tagen in der Woche wird dir in der Schule das theoretische Wissen vermittelt.

√úber Deine Aufgaben und T√§tigkeiten musst Du ein schriftliches Berichtheft f√ľhren, das regelm√§√üig von Deinem Ausbilder kontrolliert wird.

In der Mitte des 2. Ausbildungsjahres musst Du eine schriftliche Zwischenpr√ľfung absolvieren. Zum Abschluss der 3-j√§hrigen Immobilienkaufmann-Ausbildung erwartet Dich eine Abschlusspr√ľfung mit drei schriftlichen und einer m√ľndlichen Pr√ľfung. Hast Du diese bestanden, darfst Du dich staatlich anerkannter Immobilienkaufmann bzw. Immobilienkauffrau betiteln.

Welche Voraussetzungen muss ich f√ľr die Ausbildung zum Immobilienkaufmann erf√ľllen?

  • Kein Mindestschulabschluss
  • Gute Noten in Mathematik, Wirtschaft und Deutsch
  • Kommunikations- und √úberzeugungsf√§higkeit
  • Durchhalteverm√∂gen
  • Organisationstalent
  • Wirtschaftliches Interesse
  • Offenheit

Generell kannst Du mit jedem oder sogar ohne Schulabschluss die Ausbildung zum Immobilienkaufmann beginnen. Studien zeigen aber, dass ein Großteil der Auszubildenden mit Fachabitur oder Abitur in die Ausbildung starten. Etwa 25 Prozent hat einen mittleren Schulabschluss. Mit einem Hauptschulabschluss oder ohne Schulabschluss wird es schwer, einen Ausbildungsplatz zu finden. Unmöglich ist es aber nicht.

Als Immobilienkaufmann sind gute Mathe- und Wirtschaftskenntnisse unverzichtbar. Im Berufsalltag musst Du Finanzpl√§ne erstellen, Preise kalkulieren und die Buchhaltung f√ľhren k√∂nnen. Gute Deutschnoten sind von Vorteil, da Du st√§ndig im Kontakt mit Kunden bist und die Verkaufsverhandlungen f√ľhren musst. Auch f√ľr das Aufsetzen von Vertr√§gen sind gute Deutschkenntnisse wichtig.

Neben Schulnoten kommt es aber vor allem auch auf Deine Interessen und Soft Skills an. Als Immobilienkaufmann solltest Du sehr organisiert sein, Geduld und Durchhalteverm√∂gen mitbringen und vor allem im Bereich der Kommunikation √ľberzeugen.

Wie läuft die Ausbildung zum Immobilienkaufmann ab?

Die Immobilienkaufmann-Ausbildung ist dual. Das heißt, dass Theorie und Praxis gleichzeitig stattfinden. Du arbeitest normal in Deinem Betrieb (meistens Unternehmen aus der Wohnungs- und Immobilienbranche) und besuchst an einigen Tagen oder Wochen die Berufsschule.

Praxis

Im Unternehmen wirst Du von Beginn an in die typischen Aufgaben eingearbeitet. Du lernst, wie man Verträge aufsetzt, begleitest Deinen Ausbilder zu Kundegesprächen und Hausbesichtigungen und erfährst, wie man Exposees erstellt und Werbeaktionen plant. Im Alltag erwarten Dich viele verschiedene Aufgaben.

Theorieunterricht

Neben allgemeinbildenden Fächern wie Deutsch sowie Wirtschafts- und Sozialkunde, erwarten Dich in der Berufsschule vor allem berufsspezifische Lerngebiete. Themen sind zum Beispiel:

  • Wohnraumvermietung und -verwaltung
  • Marktorientierung
  • Kaufm√§nnische Steuerung und Kontrolle
  • Immobilienbewirtschaftung
  • Begleitung von Bauvorhaben

Zusätzlich beinhaltet die Ausbildung zwei Wahlqualifikationsgebiete, in denen Du Dich spezialisierst. Zur Auswahl stehen:

  1. Steuerung und Kontrolle im Unternehmen
  2. Gebäudemanagement
  3. Maklergeschäfte
  4. Bauprojektmanagement
  5. Wohnungseigentumsverwaltung

Zwischenpr√ľfung

Die schriftliche Zwischenpr√ľfung findet in der Mitte Deines zweiten Ausbildungsjahres statt. Sie dauert h√∂chstens 120 Minuten und bezieht sich auf drei Pr√ľfungsgebiete:

  1. Ausbildungsbetrieb und Immobilienmarkt
  2. Mietobjekte und Immobilienverwaltung
  3. Wirtschafts- und Sozialkunde

Abschlusspr√ľfung

Die Abschlusspr√ľfung findet am Ende der Ausbildung zum Immobilienkaufmann statt. Sie besteht aus drei schriftlichen und einer m√ľndlichen Pr√ľfung.

Schriftliche Pr√ľfung

  1. Immobilienwirtschaft: In 180 Minuten musst Du praxisbezogene Aufgaben oder F√§lle bearbeiten. Einerseits sollst Du zeigen, dass Du Arbeitsabl√§ufe planen und organisieren kannst. Ebenso wie die Analyse von Immobilienm√§rkten und Zielgruppen, das Erwerben, Ver√§u√üern und Vermitteln von Immobilien und das Bewirtschaften von Objekten. Ferner musst Du nachweisen, dass Du dabei rechtliche Vorschriften und Aspekte der Wirtschaftlichkeit beachten kannst. Folgende Gebiete kommen insbesondere in Betracht ‚Äď Immobilienm√§rkte, Immobilienbestand, Immobiliengesch√§fte sowie Bauen und Finanzieren.
  2. Kaufm√§nnische Steuerung und Dokumentation: F√ľr diese Pr√ľfung hast Du maximal 90 Minuten Zeit. Auch hier musst Du praxisbezogene Aufgaben oder F√§lle bearbeiten. Es geht darum, zu zeigen, dass Du zur Vorbereitung von Entscheidungen Problemstellungen analysieren, Daten ermitteln, Kalkulationen durchf√ľhren, Kennziffern und Statistiken auswerten sowie L√∂sungsm√∂glichkeiten entwickeln und dokumentieren kannst. Gebiete sind: Investitions- und Wirtschaftlichkeitsberechnung, Berichtswesen, Budgetplanung und -√ľberwachung sowie Steuern und Versicherungen.
  3. Wirtschafts- und Sozialkunde: In 90 Minuten musst Du fallbezogene Aufgaben oder Fälle bearbeiten. Hier sollst du wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen.

M√ľndliche Pr√ľfung

Die m√ľndliche Pr√ľfung findet im Bereich Kundengespr√§ch und Teambesprechung statt. Du hast eine Vorbereitungszeit von maximal 20 Minuten. Dann musst Du ein Kundengespr√§ch oder eine Teambesprechung f√ľhren. Hier sollst Du zeigen, dass Du Aufgabenstellungen erfassen und L√∂sungswege entwickeln und begr√ľnden kannst. Dabei ist es wichtig, dass Du wirtschaftliche, rechtliche, technische und √∂kologische Zusammenh√§nge beachtest. Ebenso wichtig ist eine service-, ziel-, adressaten- und situationsbezogene Kommunikation. Das Gespr√§ch dauert maximal 30 Minuten.

Immobilienkaufmann: Gehalt während der Ausbildung

Generell gehört die Immobilienkaufmann-Ausbildung zu den bestbezahlten.
Wie hoch Dein Gehalt w√§hrend der Immobilienkaufmann-Ausbildung ist, h√§ngt von unterschiedlichen Einfl√ľssen ab: In welchem Bundesland Du arbeitest, in welcher Branche Du t√§tig bist und ob Dein Ausbildungsbetrieb tariflich gebunden ist. In einem tarifgebundenen Betrieb bekommst Du eine tariflich festgelegte Verg√ľtung. Je nach Branche und Bundesland gibt es aber auch unterschiedliche Tarifvertr√§ge.

Während der Ausbildung kannst Du ungefähr mit folgendem Gehalt rechnen:

  • Im 1. Ausbildungsjahr: ca. 1070 ‚ā¨ brutto
  • Im 2. Ausbildungsjahr: ca. 1180 ‚ā¨ brutto
  • Im 3. Ausbildungsjahr: ca. 1290 ‚ā¨ brutto

Immobilienkaufmann: Gehalt nach der Ausbildung

Hast Du die Ausbildung erfolgreich bestanden, erwartet Dich zum Berufseinstieg nat√ľrlich auch ein h√∂heres Gehalt. Wie hoch die Verg√ľtung letztendlich ist, h√§ngt auch nach der Ausbildung von den eben genannten Faktoren ab. Zus√§tzlich wirkt sich auch Deine zunehmende Berufserfahrung auf Dein Immobilienkaufmann-Gehalt aus. Ungef√§hr kannst Du mit einem Einstiegsgehalt von rund 2500 ‚ā¨ brutto rechnen.

Gehaltsunterschiede in den Bundesländern

Wie schon erw√§hnt gibt es zwischen den Bundesl√§ndern fast immer Schwankungen beim Gehalt. Durchschnittlich verdient ein Immobilienkaufmann in Deutschland 3791 ‚ā¨ brutto. Am besten bezahlt wirst Du in Bayern, am wenigsten verdienst Du durchschnittlich in Sachsen.

Grafik: Durchschnittliches Gehalt als Immobilienkaufmann in den Bundesländern in Deutschland

Quelle: Bundesagentur f√ľr Arbeit. (2022). Entgeltatlas ‚Äď Entgelt f√ľr den Beruf: Immobilienkaufmann/-frau. https://web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/beruf/35274

Wie kann ich mich als Immobilienkaufmann weiterbilden?

Weiterbildungen sind eine gute M√∂glichkeit, Dein Fachwissen zu erweitern oder die Chancen auf eine F√ľhrungsposition (und mehr Gehalt) zu erh√∂hen. Grunds√§tzlich unterscheidet man zwischen Aufstiegs- und Anpassungsfortbildungen. Auch ein anschlie√üendes Studium ist eine Weiterbildungsm√∂glichkeit.

Aufstiegsfortbildung

Willst Du Karriere machen und als Immobilienkaufmann mehr verdienen, ist eine Aufstiegsfortbildung empfehlenswert. Optionen sind zum Beispiel:

  • Immobilienbetriebswirt
  • Immobilienfachwirt
  • Fachberater ‚Äď Finanzdienstleistungen

Anpassungsfortbildung

Wenn Du Dein Wissen m√∂glichst aktuell halten m√∂chtest, sind Anpassungsfortbildungen eine gute Wahl. So bleibst Du bestens √ľber Entwicklungen in den Bereichen Immobilienwirtschaft, Maklergesch√§ft, Vertragsrecht oder Verkehrswertermittlung informiert.

Studium

An Deine Immobilienkaufmann-Ausbildung kannst Du auch ein Studium anschlie√üen. Am besten hast Du hierf√ľr das (Fach-)Abitur in der Tasche. Aber auch mit der mittleren Reife und Deiner abgeschlossenen Berufsausbildung kannst Du unter Umst√§nden ein Studium anfangen. Passende Studieng√§nge sind beispielsweise:

  • Betriebswirtschaftslehre
  • Immobilienwirtschaft
  • Business Administration

Fazit: Warum sollte ich Immobilienkaufmann werden?

Nicht nur beim Verkauf von Immobilien, sondern auch in der Verwaltung und der Planung bist Du als Immobilienkaufmann gefragt. Die Immobilienbranche boomt, was Dir einen sicheren Arbeitsplatz beschert ‚Äď besonders, wenn Du Dich in einem Bereich als Experte spezialisierst. Dein Arbeitsalltag ist sehr vielf√§ltig und Du kannst mit viel Abwechslung rechnen. Schon w√§hrend der Ausbildung erwartet Dich ein gutes Gehalt, welches im Laufe deiner Karriere noch deutlich ansteigen kann.

Häufige Fragen

Als Immobilienkaufmann bist Du neben der Vermietung und dem Kauf bzw. Verkauf von Immobilien auch f√ľr deren Verwaltung zust√§ndig. Schadensmeldungen geh√∂ren genauso zu Deinen Aufgaben wie Jahresabrechnungen oder Miet- und Kaufvertr√§ge.
Durchschnittlich verdient ein Immobilienkaufmann in Deutschland ca. 3700 ‚ā¨ brutto im Monat.
Als Immobilienkaufmann bist Du im kaufm√§nnischen Bereich t√§tig. Mathe und Wirtschaft sollten Dir also keine Probleme bereiten. Zus√§tzlich solltest Du vor allem im Zwischenmenschlichen √ľberzeugen, um den Anspr√ľchen Deiner Kunden gerecht zu werden.
Als Immobilienkaufmann kannst Du in unterschiedlichen Bereichen tätig werden. Nicht nur im Maklerbereich, sondern auch in der Bewertung und Verwaltung. Du kannst in Wohnungsgenossenschaften tätig werden, aber auch in Immobilienabteilungen von Banken und Versicherungen.

*Aus Gr√ľnden der Lesbarkeit verwenden wir das generische Maskulinum. Selbstverst√§ndlich sind alle Geschlechter angesprochen.