Skip to main content

Tischler: Ausbildung, Aufgaben & Gehalt

  • Autor: Laura Lindemann
  • Aktualisiert: 09.07.2024
  • Lesedauer: 13 Minuten
Tischler Beruf: Gehalt, Ausbildung und Aufgaben

Factsheet

Empfohlener Schulabschluss: Hauptschulabschluss
Ausbildungsart: Duale Ausbildung
Ausbildungsdauer: 3 Jahre
Einstiegsgehalt: ca. 2.300 ‚ā¨
Arbeitsorte: Tischlereien, Möbel- und Holzwarenhersteller, Möbelhäuser...
Arbeitszeiten: werktags

Was macht man als Tischler?

Der Beruf des Tischlers ist ideal f√ľr Menschen, die handwerkliches Geschick, Kreativit√§t und eine Leidenschaft f√ľr Holz und dessen Verarbeitung mitbringen. Als Tischler beziehungsweise Tischlerin arbeitest Du sowohl mit traditionellen Handwerkstechniken als auch mit modernen Maschinen und erstellst vielf√§ltige Holzprodukte, die von M√∂belst√ľcken bis hin zu ma√ügefertigten Innenausbauten reichen. Wenn Du Freude daran hast, aus Rohmaterialien funktionale und √§sthetische Werke zu schaffen, k√∂nnte dieser Beruf genau das Richtige f√ľr dich sein.

Als Tischler √ľbernimmst Du eine Vielzahl an Aufgaben, die alle Aspekte der Holzverarbeitung und M√∂belherstellung umfassen. Hier sind die Hauptt√§tigkeiten, die Du in diesem Beruf aus√ľben wirst:

Planung und Entwurf

In dieser Phase erstellst Du technische Zeichnungen und Entw√ľrfe f√ľr M√∂bel, Innenausbauten und andere Holzprodukte. Du ber√§tst Kunden, um ihre W√ľnsche und Bed√ľrfnisse zu verstehen, und passt Deine Entw√ľrfe entsprechend an. Hierbei sind Kreativit√§t und technisches Know-how gefragt, um funktionale und √§sthetische Designs zu entwickeln.

Materialauswahl und -vorbereitung

Du w√§hlst das geeignete Holz und andere Materialien f√ľr Dein Projekt aus. Anschlie√üend schneidest Du das Holz zu und bereitest es vor, indem Du es s√§gst, hobelst und fr√§st. Diese Vorbereitungsarbeiten sind entscheidend, um eine hohe Qualit√§t des Endprodukts sicherzustellen.

Herstellung und Montage

Hier fertigen Tischler M√∂belst√ľcke, T√ľren, Fenster, Treppen und Innenausbauten nach Ma√ü. Du setzt die vorbereiteten Holzst√ľcke zusammen und verwendest dabei Handwerkzeuge sowie Maschinen wie Tischkreiss√§gen, Hobelmaschinen und Fr√§sen. Sobald die einzelnen Teile fertig sind, montierst Du sie vor Ort beim Kunden, wobei Pr√§zision und handwerkliches Geschick unerl√§sslich sind.

Oberflächenbehandlung

Nachdem das Holz bearbeitet und zusammengesetzt wurde, k√ľmmerst Du Dich um die Oberfl√§chenbehandlung. Du schleifst das Holz, um eine glatte Oberfl√§che zu schaffen, und behandelst es anschlie√üend mit Lack, Beize oder √Ėl, um ihm das gew√ľnschte Aussehen und den notwendigen Schutz zu verleihen. Diese Arbeitsschritte sind wichtig, um die Langlebigkeit und √Ąsthetik der Produkte zu gew√§hrleisten.

Reparatur und Restaurierung

Neben der Neuanfertigung von M√∂beln und Holzobjekten bist Du auch f√ľr die Instandsetzung und Restaurierung alter oder besch√§digter St√ľcke verantwortlich. Du reparierst besch√§digte Teile, ersetzt fehlende Komponenten und sorgst daf√ľr, dass das restaurierte St√ľck wieder in neuem Glanz erstrahlt. Hierbei sind Fingerspitzengef√ľhl und ein gutes Verst√§ndnis f√ľr die urspr√ľnglichen Techniken und Materialien gefragt.

Was ist der Unterschied zwischen Tischler und Schreiner?

Tats√§chlich beschreiben die Begriffe ‚ÄěTischler‚Äú und ‚ÄěSchreiner‚Äú denselben Handwerksberuf, der sich mit der Verarbeitung von Holz besch√§ftigt. Der Unterschied zwischen den beiden liegt haupts√§chlich in der regionalen Bezeichnung des Berufs.

W√§hrend in Nord-, West- und Ostdeutschland (sowie √Ėsterreich und S√ľdtirol) die Bezeichnung „Tischler“ g√§ngig ist, wird in Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-W√ľrttemberg, Bayern, im Saar- wie Rheinland und vereinzelt im Ruhrgebiet (sowie in der Deutschschweiz) der Begriff ‚ÄěSchreiner‚Äú verwendet.

Die Tätigkeiten, Fähigkeiten und Ausbildungsinhalte sind jedoch identisch.

Wo kann ich als Tischler arbeiten?

Als Handwerker wirst Du vor allem in Werkstätten und Fertigungshallen arbeiten. Als Arbeitgeber kommen zum Beispiel folgende Orte in Frage:

  • (Bau-)Tischlereien
  • M√∂belhersteller
  • Holzwarenhersteller
  • Baum√§rkte, M√∂belh√§user
  • Messebauunternehmen, Theater oder Schiffbaubetriebe

W√§hrend Du in einem kleinen Handwerksbetrieb in einem kleinen Team arbeitest und prim√§r Kundenw√ľnsche bearbeitest, bist Du bei gr√∂√üeren Betrieben f√ľr gew√∂hnlich in der Produktion t√§tig. Schon bei der Wahl Deines Ausbildungsbetriebes solltest Du Dir √ľberlegen, welches Arbeitsumfeld am besten zu Dir passt.

Ausbildung zum Tischler

Die Ausbildung zum Tischler findet dual statt. Während einer Ausbildungsdauer von 3 Jahren wirst Du sowohl in Deinem Ausbildungsbetrieb als auch der Berufsschule ausgebildet. In der Schule wird Dir vor allem das theoretische Fachwissen beigebracht, das Du im Betrieb in die Praxis umsetzen kannst.

Als Nachweis √ľber Deine T√§tigkeiten und Aufgaben musst Du ein schriftliches Berichtsheft f√ľhren, das regelm√§√üig von Deiner Lehrkraft √ľberpr√ľft wird.

W√§hrend der Ausbildung musst Du eine Zwischenpr√ľfung absolvieren. Am Ende folgt die Gesellenpr√ľfung, damit Du dich staatlich anerkannter Tischler beziehungsweise Tischlerin nennen darfst.

Welche Voraussetzungen muss ich f√ľr die Tischler-Ausbildung erf√ľllen?

  • Kein Mindestschulabschluss
  • Gute Noten in Mathematik, Chemie, Physik und Werken
  • Handwerkliches Geschick
  • Sorgfalt & Genauigkeit
  • Gestalterische F√§higkeiten
  • R√§umliches Vorstellungsverm√∂gen

Generell kannst Du mit jedem Schulabschluss Tischler werden. Die Praxis zeigt, dass die meisten Auszubildenden aber einen Hauptschul- oder Realschulabschluss haben. Bei Deiner Bewerbung um einen Ausbildungsplatz sind gute Noten in Mathe, Chemie, Physik und Technik vorteilhaft.

Bedeutsamer als Deine Noten sind jedoch Deine persönlichen Stärken: Als Tischler sind handwerkliche und gestalterische Fähigkeiten gefragt. Außerdem musst Du sorgfältig und genau arbeiten können. Ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen hilft Dir bei der Umsetzung von Aufträgen.

Wie läuft die Ausbildung zum Tischler ab?

Die duale Ausbildung kennzeichnet sich durch den st√§ndigen Wechsel aus Theorie und Praxis. Unter der Woche arbeitest Du in der Schreinerei, in der Du ausgebildet wirst. Zus√§tzlich besuchst Du entweder an einzelnen Tagen oder im Blockunterricht die Berufsschule f√ľr den theoretischen Unterricht.

Mehr Infos zum Ablauf, den Ausbildungsinhalten und den Pr√ľfungen findest Du in der Verordnung √ľber die Berufsausbildung zum Tischler / zur Tischlerin (TischlAusbV).

Theorieunterricht

Neben allgemeinbildenden F√§chern wie Deutsch oder Wirtschafts- und Sozialkunde, befasst Du Dich √ľberwiegend mit berufsprofilgebenden Inhalten. Relevante Inhalte sind beispielsweise:

  • Gestalten und Konstruieren von Erzeugnissen
  • Planen und Vorbereiten von Arbeitsabl√§ufen, Arbeiten im Team
  • Einrichten, Sichern und R√§umen von Arbeitspl√§tzen
  • Be- und Verarbeiten von Holz, Holzwerk- und sonstigen Werkstoffen sowie von Halbzeugen
  • Einrichten, Bedienen und Instandhalten von Werkzeugen, Ger√§ten, Maschinen, Anlagen und Vorrichtungen
  • Behandeln und Veredeln von Oberfl√§chen
  • Kundenorientierung und Serviceleistungen
  • Durchf√ľhrung von qualit√§tssichernden Ma√ünahmen

Praxis

Im Betrieb lernst du, Dein theoretisches Wissen praktisch anzuwenden und eigenst√§ndig zu arbeiten. Du wirst mit verschiedenen Holzarten vertraut und erlernst den Umgang mit Maschinen wie Tischkreiss√§gen und Bands√§gen zur Holzbearbeitung. T√§tigkeiten wie S√§gen, Hobeln, Fr√§sen, Schleifen und Lackieren geh√∂ren ebenso dazu wie das Herstellen von Holzverbindungen und das Zusammenkleben oder Schrauben der Werkst√ľcke.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Oberfl√§chenbehandlung durch Schleifen, Polieren, Lackieren und √Ėlen. Du fertigst M√∂belst√ľcke, f√ľhrst Innenausbauarbeiten aus und montierst Bauelemente wie Fenster und T√ľren. Das Lesen und Erstellen technischer Zeichnungen, Ma√ünehmen und die Umsetzung der Pl√§ne in die Praxis sind ebenfalls Teil Deiner Ausbildung.

Mit wachsender Erfahrung produzierst du bald Dein erstes eigenes M√∂belst√ľck.

Zwischenpr√ľfung

Vor dem Ende Deines zweiten Ausbildungsjahres musst Du eine Zwischenpr√ľfung absolvieren. Sie besteht aus einer praktischen und einer schriftlichen Pr√ľfung.

In der praktischen Pr√ľfung bekommst Du einen fiktiven Kundenauftrag und hast sechs Stunden Zeit, diesen durchzuf√ľhren. Innerhalb dieser Zeit wirst Du ein maximal zehnmin√ľtiges Fachgespr√§ch √ľber Deine Arbeitsaufgabe f√ľhren. Bevorzugt geht es darum, ein Werkst√ľck unter Anwendung manueller und maschineller Bearbeitungs- und Verbindungstechniken einschlie√ülich Oberfl√§chenbearbeitung herzustellen.

In der schriftlichen Pr√ľfung beantwortest Du Fragen, die sich auf Deine Arbeitsaufgabe beziehen. Daf√ľr hast Du 150 Minuten Zeit.

In der Zwischenpr√ľfung sollst Du durch Deine Arbeitsaufgabe, das Fachgespr√§ch und die schriftlichen Aufgaben zeigen, dass Du in der Lage bist,

  1. Arbeitsschritte und Arbeitsmittel festzulegen,
  2. technische Unterlagen zu nutzen,
  3. Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zum Umweltschutz und zur Qualitätssicherung anzuwenden
  4. sowie Deine Vorgehensweise begr√ľnden kannst.

Gesellenpr√ľfung

Im Handwerk ist die Abschlusspr√ľfung √ľblicherweise eine sogenannte Gesellenpr√ľfung. Hast Du diese bestanden, bekommst Du den Gesellenbrief, der Dir die Qualifikation als ausgebildeter Handwerker beziehungsweise Handwerkerin best√§tigt.

Die Gesellenpr√ľfung besteht aus einem praktischen / m√ľndlichen und einem schriftlichen Teil.

Praktische Pr√ľfung

Im ersten Teil der praktischen Pr√ľfung musst Du innerhalb von sieben Stunden eine Arbeitsaufgabe durchf√ľhren. Besonders in Betracht kommen folgende Aufgaben:

  1. Herstellen eines Erzeugnisses aus unterschiedlichen Materialien unter Anwendung maschineller Bearbeitungs- und Verbindungstechniken einschließlich Verwendung eines Halbzeuges
  2. Einbauen und Montieren von Erzeugnissen

Im zweiten Teil absolvierst Du eine weitere Arbeitsaufgabe, die einem Kundenauftrag entspricht. F√ľr die Durchf√ľhrung und Dokumentation hast Du 100 Stunden Zeit. Innerhalb dieser Zeit wird ein 30-min√ľtiges Fachgespr√§ch mit Dir gef√ľhrt. Fokus der Aufgabe ist das Gestalten und Herstellen eines Erzeugnisses einschlie√ülich des Einrichtens und Bedienens von Maschinen und Vorrichtungen, Nutzung von Anwenderprogrammen, Herstellen und Zusammenbauen von Teilen, Montieren von Beschl√§gen sowie Oberfl√§chenbehandlung.

Insgesamt zähen beide Arbeitsaufgaben 50 Prozent der Note.

Schriftliche Pr√ľfung

Du wirst in vier Bereichen schriftlich gepr√ľft:

  1. Gestaltung und Konstruktion (120 Minuten; 30 Prozent): Im Bereich ‚ÄěGestaltung und Konstruktion‚Äú geht es darum, die Vorgehensweise bei der Gestaltung und Konstruktion von Erzeugnissen unter Ber√ľcksichtigung von Gestaltungsmerkmalen, Bauweisen, Funktion, Raumsituationen und -wirkungen sowie Konstruktionstechniken zu beschreiben. Au√üerdem sollst Du Skizzen, Entwurfs- und Konstruktionszeichnungen erstellen.
  2. Planung und Fertigung (120 Minuten; 30 Prozent): Du musst zeigen, dass Du die Vorgehensweise bei der Planung und Fertigung von Erzeugnissen unter Ber√ľcksichtigung von Produktqualit√§t, Werkstoffeigenschaften, Maschinen- und Anlagentechnologien, technischen Unterlagen sowie Fertigungs- und Verfahrensabl√§ufen beschreiben kannst. Zus√§tzlich geht es darum, Fertigungstechniken und rechnergest√ľtzte Techniken anzuwenden, Kostenberechnungen durchzuf√ľhren sowie Arbeitsabl√§ufe und Fertigungsprozesse zu optimieren. Zu guter Letzt sollst Du Planungs- und Fertigungsunterlagen sowie Fertigungszeichnungen erstellen.
  3. Montage und Service (60 Minuten; 20 Prozent): Du sollst die Vorgehensweise bei der Montage von Erzeugnissen unter Ber√ľcksichtigung von √∂rtlichen Gegebenheiten, Baustelleneinrichtungen, Montage-, Dicht-, D√§mm- und Befestigungstechniken, Erstellen von Montagepl√§nen und Abnahmeprotokollen beschreiben. Zus√§tzlich sollst Du die Vorgehensweise bei der Erbringung von Serviceleistungen unter Ber√ľcksichtigung von Bedienungsanweisungen, Pflegehinweisen, Servicevertr√§gen, Gew√§hrleistung und Garantiebestimmungen, Ausf√ľhren von Wartungs- und Reparaturarbeiten beschreiben.
  4. Wirtschafts- und Sozialkunde (60 Minuten; 20 Prozent): Es geht darum, wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darzustellen und zu beurteilen.

In den ersten drei schriftlichen Pr√ľfungsbereichen sind insbesondere praxisbezogene Aufgaben mit verkn√ľpften informationstechnischen, technologischen und mathematischen Sachverhalten zu analysieren, zu bewerten und zu l√∂sen. Dabei sollst Du zeigen, dass Du

  1. Arbeitssicherheits-, Gesundheitsschutz- und Umweltschutzbestimmungen ber√ľcksichtigen,
  2. die Verwendung von Holz, Holzwerk-, Hilfs-, Beschichtungsstoffen und Halbzeugen planen sowie Werkzeuge, Geräte, Maschinen und Anlagen zuordnen,
  3. Kundenanforderungen sowie Herstellerangaben beachten und
  4. qualitätssichernde Maßnahmen einbeziehen kannst.

Tischler: Gehalt während der Ausbildung

Im Vergleich zu anderen Handwerksberufen ist Dein Gehalt als Tischler während der Ausbildung etwa im unteren Mittelfeld. Die Bezahlung ist aber stark von der Region und Deinem Ausbildungsbetrieb abhängig. Teilweise gibt es Tarifverträge, die Dir meistens ein höheres Gehalt bescheren.

Laut Bundesinstitut f√ľr Berufsbildung kannst Du als Tischler-Azubi im Durchschnitt folgendes Gehalt erwarten:

  • Im 1. Ausbildungsjahr: ca. 746 Euro brutto
  • Im 2. Ausbildungsjahr: ca. 872 Euro brutto
  • Im 3. Ausbildungsjahr: ca. 991 Euro brutto

Tischler: Gehalt nach der Ausbildung

Als Tischlerin wirst Du in den meisten Fällen nach dem Tarifvertrag im Tischler- und Schreinerhandwerk bezahlt. Dabei musst Du beachten, dass der Tarifvertrag nicht bundesweit einheitlich, sondern in den Tarifgebieten unterschiedlich ist.

Bei einer √ľblichen 40-Stunden-Woche verdienst Du als Geselle mindestens 2.350 Euro brutto im Monat. Mit zunehmender Berufserfahrung, wenn Du den Meistertitel erlangst oder bef√∂rdert wirst, kann Dein Tischler-Gehalt erheblich ansteigen.

Tabelle mit dem Tarifvertrag aus dem Tischler- und Schreinerhandwerk. Entgelte in den Tarifgebieten. Tarifvertrag Tischler- und Schreinerhandwerk Löhne

Aber: Nicht alle Betriebe sind an den Tarifvertrag gebunden. Es kann also auch sein, dass Du Dein Gehalt selbstständig verhandeln musst und höchstwahrscheinlich etwas weniger verdienst, als im Tarifvertrag vorgesehen ist. Der deutschlandweite Mindestlohn von 12,41 Euro pro Stunde darf aber nicht unterschritten werden.

Gehaltsunterschiede in den Bundesländern

Wie bereits erwähnt sind die Tarifverträge nicht deutschlandweit einheitlich. Stattdessen musst Du je nach Region und Arbeitgeber mit verschiedenen Gehältern rechnen.

Durchschnittlich verdient ein Tischler in Deutschland 3.001 Euro brutto im Monat, als Tischlermeister sind es sogar 3.744 Euro brutto im Monat.

Grafik: Durchschnittliches Gehalt als Tischler in den Bundesländern in Deutschland.

Quelle: Bundesagentur f√ľr Arbeit. (2022). Entgeltatlas. Entgelt f√ľr den Beruf: Tischler/in. https://web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/beruf/4458

Wie kann ich mich als Tischler weiterbilden?

Generell gibt es zwei verschiedene Arten von Weiterbildungen: Anpassungs- und Aufstiegsfortbildungen. Auch ein Studium ist eine Art der Weiterbildung. Wenn Du als Tischler Karriere machen oder einen Betrieb eröffnen willst, kommst Du um eine Fortbildung nicht herum.

Anpassungsfortbildung

Mit Anpassungsfortbildungen h√§ltst Du Dein berufliches Fachwissen auf dem aktuellen Stand und passt es an neue Entwicklungen an. Indem Du hin und wieder Seminare besuchst, bleibst Du √ľber Ver√§nderungen und Trends in Bereichen wie zum Beispiel Holzbe- und -verarbeitung, Fenster-, T√ľren-, Treppenbau, M√∂belbau oder Holzschutz informiert.

Aufstiegsfortbildung

Wenn Du beruflich aufsteigen und eine leitende Position √ľbernehmen m√∂chtest, musst Du eine Aufstiegsfortbildung machen. Wenn Du Dich selbst√§ndig machen m√∂chtest, ist ein Meisterbrief Pflicht. Generell stehen Dir viele Fortbildungen zur Wahl, darunter:

  • Tischlermeister
  • Techniker ‚Äď Holztechnik
  • Techniker ‚Äď Baudenkmalpflege / Altbauerneuerung
  • Betriebsmanager ‚Äď Bau- und Holztechnik
  • Fachbauleiter ‚Äď Tischlerhandwerk
  • Fertigungsplaner ‚Äď Tischlerhandwerk
  • Tischler ‚Äď Restaurierungsarbeiten
  • Ausbilder

Studium

Ein Studium er√∂ffnet Dir weitere Berufs- und Karrierechancen. Du kannst Dein Fachwissen vertiefen oder Dich f√ľr zus√§tzliche Aufgaben qualifizieren. Geeignete Studienf√§cher sind zum Beispiel:

  • Holztechnik
  • Innenarchitektur
  • Produkt-, Industriedesign
  • Konservierung, Restaurierung

Häufige Fragen

Ein Tischler, auch Schreiner genannt, entwirft, fertigt und repariert M√∂bel, T√ľren, Fenster und andere Holzprodukte. Dabei verwendet er verschiedene Holzarten und Materialien, um ma√ügeschneiderte L√∂sungen zu schaffen. Tischler arbeiten sowohl in Werkst√§tten als auch auf Baustellen, wo sie ihre handwerklichen F√§higkeiten einsetzen, um individuelle und funktionale Einrichtungsgegenst√§nde herzustellen und zu installieren.
Der Unterschied zwischen Tischler und Schreiner liegt haupts√§chlich in der regionalen Bezeichnung. In Nord- und Ostdeutschland wird der Begriff „Tischler“ verwendet, w√§hrend in S√ľd- und Westdeutschland „Schreiner“ gebr√§uchlich ist. Beide Begriffe beziehen sich auf denselben Beruf und beinhalten die gleichen T√§tigkeiten und Fertigkeiten.
Das Gehalt eines Tischlers variiert je nach Erfahrung, Qualifikation und Standort. Durchschnittlich liegt das monatliche Bruttoeinkommen eines Tischlers in Deutschland bei rund 3.000 Euro. Mit zunehmender Berufserfahrung und Spezialisierung können Tischler höhere Gehälter erzielen. Zudem spielen Zusatzqualifikationen und die Art des Arbeitgebers (Handwerksbetrieb, Industrie, Selbstständigkeit) eine Rolle bei der Gehaltsentwicklung.
Der Beruf des Tischlers wird heute sowohl „Tischler“ als auch „Schreiner“ genannt, abh√§ngig von der regionalen Bezeichnung. Offiziell gibt es keine Ver√§nderung im Berufsbild oder in der Benennung, sodass beide Begriffe weiterhin parallel verwendet werden. Der moderne Tischler vereint traditionelle Handwerkskunst mit aktuellen Technologien und Materialien, um innovative und qualitativ hochwertige Holzprodukte zu schaffen.