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Dachdecker: Ausbildung, Voraussetzungen & Gehalt

  • Autor: Laura Lindemann
  • Aktualisiert: 19.01.2024
  • Lesedauer: 10 Minuten
Titelbild: Dachdecker Beruf & Ausbildung

Factsheet

Empfohlener Schulabschluss: Hauptschulabschluss
Ausbildungsart: Duale Ausbildung
Dauer der Ausbildung: 3 Jahre
Einstiegsgehalt: ca. 2.700 €
Arbeitsorte: Dachdeckerbetriebe, Bedachungshandel
Arbeitszeiten: Werktags

Was macht ein Dachdecker?

Damit wir alle im wahrsten Sinne des Wortes ein Dach über dem Kopf haben, braucht es Dich als Dachdecker! Du bist Experte für die Konstruktion, Wartung und Reparatur von Dächern und allen Komponenten rund ums Dach. Ob Flachdach oder Reetdächer – Du weißt, worauf Du achten musst. Darüber hinaus kannst Du aber auch Außenwände bekleiden oder Photovoltaikanlagen installieren. Dabei bist Du bei Wind und Wetter draußen unterwegs. Folgende Aufgaben erwarten Dich als Dachdecker:

Dämmen, Isolieren und Abdichten

Bevor es an die eigentliche Dachdeckung geht, kommen noch einige Arbeitsschritte auf Dich zu. Nachdem Du die Schutz- und Arbeitsgerüste errichtet hast, geht es an die Unterkonstruktion und das Dämmen. Damit kein Wasser in das Gebäude dringt, kümmerst Du Dich um Dämmschichten und Abdichtungen. Auch Dachfenster oder Lichtkuppeln werden vor dem eigentlichen Dachdecken eingebaut.

Decken

Die Dachschalung ist die Basis, die Du im nächsten Schritt weiter verkleidest. Je nach Kundenwunsch und Eignung nutzt Du hierfür Dachschindeln, Dachschiefer, Dachziegel oder Dachsteine. Dachschiefer anzubringen ist zum Beispiel deutlich anspruchsvoller und wird nicht von allen Betrieben angeboten.

Reparieren

Das Dach ist durch einen Sturm beschädigt worden oder hat ein Leck? Auch Reparaturen gehören zu Deinen Aufgaben als Dachdecker. Du identifizierst die Problemstellungen und führst die notwendigen Maßnahmen wie das Auswechseln beschädigter Materialen oder das Neuabdichten von Stellen durch.

Installieren

Einerseits bist Du für die Installation von Dachrinnen und Entwässerungssystemen zuständig. Dachrinnen und Abflussrohre sorgen dafür, dass das Regenwasser ordnungsgemäß abgeleitet wird und das Gebäude keine Schäden nimmt. Andererseits installierst Du aber auch Solarzellen auf dem Dach oder bringst Schneefanggitter an.

Wo kann ich als Dachdecker arbeiten?

Hauptsächlich wirst Du als Dachdecker in Dachdeckerbetrieben eingestellt. Hier erwarten Dich neben den Aufgaben rund ums Dach oft auch andere Handwerksleistungen wie zum Beispiel die generelle Gebäudeabdichtung, die Errichtung von Fassaden oder das Verkleiden von Kaminen. Deine Hauptarbeit findet auf dem Dach statt. Wind und Wetter sollte Dir also nichts ausmachen. Mit etwas Erfahrung kannst Du auch im Bedachungshandel tätig werden oder Hersteller beraten.

Ausbildung zum Dachdecker

Die Ausbildung zum Dachdecker ist eine duale Ausbildung. Innerhalb von 3 Jahren lernst Du sowohl in der Berufsschule als auch direkt im Betrieb alles über das Dachdeckerhandwerk. In der Schule wird Dir vor allem das theoretische Wissen beigebracht, das Du vor Ort direkt in der Praxis umsetzen kannst.

Als Nachweis über Deine Aufgaben und Tätigkeiten musst Du ein schriftliches Berichtsheft führen, das regelmäßig von Deinem Ausbilder überprüft wird. Am Ende des zweiten Ausbildungsjahres musst Du eine Zwischenprüfung absolvieren. Am Ende der Berufsausbildung steht die Gesellenprüfung an. Hast Du alles bestanden, darfst Du Dich staatlich geprüfter Dachdecker bezeichnen.

Welche Voraussetzungen muss ich für die Ausbildung zum Dachdecker erfüllen?

  • Kein Mindestschulabschluss
  • Gute Noten in Physik, Mathematik
  • Handwerkliches Geschick
  • Verantwortungs- & Gefahrenbewusstsein
  • Sorgfalt & Genauigkeit
  • Körperliche Belastbarkeit
  • Schwindelfrei

Um die Dachdecker-Ausbildung zu beginnen, brauchst Du keinen Schulabschluss. Die meisten der Azubis haben aber mindestens den Hauptschulabschluss. Für Berechnungen und Einteilungen sind gute Noten in Physik und Mathe vorteilhaft. Vor allem aber kommt es darauf an, dass Du Interesse am Beruf hast und die nötigen Soft Skills mitbringst: Als angehender Dachdecker musst Du unbedingt schwindelfrei und körperlich belastbar sein. Dich erwarten draußen sehr hohe oder sehr niedrige Temperaturen, ein Arbeitsplatz in Höhe und schweres Material. Ansonsten solltest Du handwerklich geschickt sein und sorgfältig arbeiten.

Wie läuft die Ausbildung zum Dachdecker ab?

In der dualen Ausbildung bist Du unter der Woche in Deinem Ausbildungsbetrieb tätig. Entweder besuchst Du an festen Tagen in der Woche die Berufsschule oder der Theorieunterricht findet als Blockunterricht statt. Mehr Infos zu den Inhalten der Ausbildung und der Gesellenprüfung findest Du in der Dachdeckerausbildungsverordnung (DachAusbV).

In der Dachdecker Ausbildung gibt es insgesamt fünf Schwerpunkte. Je nach Ausbildungsbetrieb wirst Du in einem dieser Schwerpunkte ausgebildet:

  1. Dachdeckungstechnik
  2. Abdichtungstechnik
  3. Außenwandbekleidungstechnik
  4. Energietechnik an Dach und Wand
  5. Reetdachtechnik

Theorieunterricht

In der Schule erwarten Dich viele unterschiedliche Themen. Einerseits erwarten Dich allgemeinbildende Fächer wie Deutsch und Mathematik. Andererseits lernst Du vor allem die berufsspezifische Theorie kennen. Inhalte der Ausbildung sind zum Beispiel die Auseinandersetzung mit Bau- und Werkstoffen sowie der Umgang mit technischen Zeichnungen. Im Bauwesen lernst Du, wie Du Werkstückmaße, Materialbedarf und Materialkosten richtig berechnest.

Praxis

Zu Beginn wird man Dich im Betrieb vor allem mit den Grundlagen vertraut machen. Zum Beispiel wie Du mit den unterschiedlichen Werkzeugen und -stoffen umgehst. Du lernst, wie man Beton und Putz herstellt, Holzkonstruktionen für Dachstühle anfertigst und ein Gerüst aufbaust. Im Laufe der Ausbildung übernimmst Du dabei immer mehr Verantwortung. Je nach Schwerpunkt Deines Betriebs erwarten Dich unterschiedliche Aufgaben.

Zwischenprüfung

Die Zwischenprüfung findet spätestens zum Ende des 2. Ausbildungsjahrs statt. Du wirst in den Bereichen „Decken, Abdichten und Bekleiden von Dach- und Wandflächen“ und „Dach- und Wandtechnik“ geprüft. Für die erste Prüfung musst Du innerhalb von fünf Stunden insgesamt drei Arbeitsproben anfertigen. Der zweite Bereich wird schriftlich geprüft. Für die Beantwortung der Fragen hast Du 120 Minuten Zeit.

Gesellenprüfung

Die Gesellenprüfung findet am Ende der Berufsausbildung statt. Die Prüfung besteht aus drei schriftlichen und einer praktischen Prüfung. Die schriftlichen Klausuren werden insgesamt mit 40 % gewichtet, der praktische Teil zählt 60 %. Schriftlich geprüft wird:

  1. Dachdeckungen und Außenwandbekleidungen (150 Minuten)
  2. Abdichtungen (90 Minuten)
  3. Wirtschafts- und Sozialkunde (60 Minuten)

Die praktische Prüfung findet im Bereich „Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik“ statt. Basierend auf Deinem Schwerpunkt musst Du eine Arbeitsaufgabe erledigen und währenddessen ein situatives Fachgespräch führen. Die Prüfungszeit beträgt insgesamt 14 Stunden, das Fachgespräch dauert dabei höchstens 20 Minuten.

Kann ich die Ausbildungsdauer verkürzen?

Hast Du bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung, kannst Du die Ausbildung zum Dachdecker gegebenenfalls um ein Jahr verkürzen. Das gilt auch, wenn Du das Abitur oder Fachabitur abgeschlossen hast. Bei sehr guten Leistungen in der Dachdecker-Ausbildung kann auch eine Verkürzung um 6 Monate möglich sein.

Dachdecker Gehalt während der Ausbildung

Wie hoch Dein Dachdecker Gehalt während der Ausbildung ist, hängt von einigen Faktoren ab. Darunter zum Beispiel Dein Arbeitsort, eine mögliche Tarifbindung Deines Betriebs sowie die Unternehmensgröße. Wenn Du Deine Ausbildung in einem tarifgebundenen Tarif machst, ist Dein Gehalt als Dachdecker vertraglich festgelegt. Je nach Bundesland und Branche gelten aber unterschiedliche Tarifverträge.
Durchschnittlich kannst Du während Deiner Ausbildung mit folgender Vergütung rechnen:

  • Im 1. Ausbildungsjahr: ca. 860 € brutto
  • Im 2. Ausbildungsjahr: ca. 1040 € brutto
  • Im 3. Ausbildungsjahr: ca. 1320 € brutto

Dachdecker Gehalt nach der Ausbildung

Als ausgelernter Dachdecker kannst Du mit einem höheren Gehalt rechnen. Wie hoch Dein Verdienst letztendlich ist, hängt wie auch schon während Deiner Dachdecker-Ausbildung von verschiedenen Einflüssen ab. Sowohl Dein gewählter Schwerpunkt und der Arbeitsort als auch die Betriebsgröße und die Tarifbindung wirken sich auf Dein Gehalt aus. Im Dachdecker Gewerbe gilt 2024 ein gesetzlicher Mindestlohn von 15,60 € pro Stunde. Dein Einstiegsgehalt wird bei etwa 2.700 € brutto liegen und mit zunehmender Berufserfahrung weiter ansteigen.

Gehaltsunterschiede in den Bundesländern

Grundsätzlich gelten in den Bundesländern nicht die gleichen Tarifverträge. Doch auch abseits der Tarife gibt es Gehaltsunterschiede in den Bundesländern. Durchschnittlich verdienst Du in Deutschland als Dachdecker 3.328 € brutto.

Grafik: Durchschnittliches Gehalt als Dachdecker in den Bundesländern in Deutschland.

Quelle: Bundesagentur für Arbeit. (2022). Entgelt für den Beruf: Dachdecker/in. https://web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/beruf/129405

Wie kann ich mich als Dachdecker weiterbilden?

Du willst Dich beruflich weiterentwickeln und die Chancen auf eine höhere Position und mehr Gehalt erhöhen? Dann sind Weiterbildungen eine gute Möglichkeit! Auch im Falle eines Jobwechsels machst Du Dich für andere Unternehmen interessanter.

Als Dachdecker gibt es einige Weiterbildungsmöglichkeiten. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Anpassungs- und Aufstiegsfortbildungen. Andere Optionen sind ein Studium oder die Selbstständigkeit.

Auch die Selbstständigkeit kann als eine Form der Weiterbildung gesehen werden.

Anpassungsfortbildung

Anpassungsfortbildungen haben das Ziel, Dich immer auf dem aktuellen Stand zu halten. Durch die Fortbildungen bist Du in den Bereichen Bauwerksabdichtung, Dachdeckerei, Isolierung oder Solarthermie bestens informiert.

Aufstiegsfortbildung

Mit Aufstiegsfortbildungen kannst Du Karriere machen. Sie ermöglichen Dir einen neuen Titel und geben Dir die Möglichkeit, in eine Führungsposition aufzusteigen. Folgende Fort- und Weiterbildungen können für Dich interessant sein:

  • Dachdeckermeister
  • Geprüfter Polier
  • Kolonnenführer
  • Techniker – Bautechnik
  • Fachleiter – Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik

Studium

Wenn du über die benötigte Schulausbildung verfügst, kannst Du Deiner Ausbildung auch ein Studium anschließen. Dadurch kannst Du Dein Fachwissen weiter vertiefen und Dich für zusätzliche Bereiche qualifizieren. Passende Studiengänge sind beispielsweise:

  • Bauingenieurwesen
  • Holztechnik
  • Architektur

Selbstständigkeit

Du möchtest selbst bestimmen? Dann ist die Selbstständigkeit eine Option! Voraussetzung ist neben der nötigen Berufserfahrung der Dachdecker-Meister.

Fazit: Warum soll ich Dachdecker werden?

In Deutschland gibt es über 15.000 Dachdeckerbetriebe, die dringend Verstärkung suchen. In den letzten 10 Jahren hat es immer weniger Azubis im Handwerk gegeben. Das macht Dich auf dem Markt sehr gefragt. Wenn Du die handwerkliche Arbeit in luftiger Höhe nicht scheust und Dir das Wetter nichts ausmacht, erfüllst Du schon einige der Voraussetzungen. Mit Weiterbildungen kannst Du im Laufe Deiner Karriere zur Führungskraft aufsteigen und so auch Dein Gehalt deutlich erhöhen.

Häufige Fragen

Ein Dachdecker ist für die Konstruktion, Reparatur und Wartung von Dächern zuständig. Das beinhaltet die Deckung des Daches mit verschiedenen Materialien, Isolierung, Abdichtung, Installation von Entwässerungssystemen und die Anpassung an architektonische Anforderungen.
Die Ausbildung zum Dachdecker dauert in der Regel 3 Jahre. Unter gewissen Umständen kann sie auf 2,5 oder 2 Jahre reduziert werden.
Das Ausbildungsgehalt eines Dachdeckers variiert je nach Arbeitsort und Tarifvertrag. Im ersten Ausbildungsjahr liegt das Gehalt durchschnittlich zwischen 750 und 900 Euro pro Monat.
Um Dachdecker zu werden, absolviert man eine duale Ausbildung. Das bedeutet, dass man sowohl in einem Ausbildungsbetrieb als auch in der Berufsschule lernt. Dort werden praktische Fertigkeiten und theoretisches Wissen vermittelt.