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Fachkraft für Lagerlogistik: Ausbildung, Gehalt & Weiterbildung

  • Autor: Laura Lindemann
  • Aktualisiert: 04.03.2024
  • Lesedauer: 10 Minuten
Titelbild: Fachkraft für Lagerlogistik

Factsheet

Empfohlener Schulabschluss: Hauptschulabschluss
Ausbildungsart: Duale Ausbildung
Ausbildungsdauer: 3 Jahre
Einstiegsgehalt: ca. 2.200 €
Arbeitsorte: Industrie/Handel, Speditionen, (Flug-)häfen
Arbeitszeiten: feste Arbeitszeiten

Was macht eine Fachkraft für Lagerlogistik?

Als Fachkraft für Lagerlogistik bist Du der Experte für die Verwaltung eines Lagers. Du trägst maßgeblich dazu bei, dass Waren effizient gelagert und transportiert werden. Dabei übernimmst Du vielseitige Aufgaben, die sich je nach Branche und Abteilung unterscheiden können und normalerweise weit über Lagerung und Versand hinausgehen. Folgende Aufgaben werden Dir unter anderem im Berufsalltag begegnen.

Warenannahme

Du nimmst die neue Ware entgegen. Dabei kontrollierst Du die Packliste, Lieferscheine und andere Begleitpapiere. Ist alles vollständig und mängelfrei? Dann bestimmst Du elektronisch den Lagerplatz und sorgst dafür, dass alles an der richtigen Stelle landet.

Lagerung

Du organisierst die Lagerung unter Berücksichtigung von Lagerbeständen, Lagerplatzkapazitäten und Lagerhaltungssystemen. Dazu gehören zum Beispiel die richtige Kennzeichnung, Sortierung und Platzierung der Ware. Auch die Überwachung der Lagerbestände gehört zu Deinen Aufgaben. Du stellst sicher, dass genügend Vorräte vorhanden sind und dokumentierst Bewegungen innerhalb des Lagers.

Warenausgang

Als Fachkraft für Lagerlogistik bist Du für den gesamten Prozess verantwortlich, wenn die Ware Dein Lager wieder verlässt. Ob kommissionieren (Waren zusammenstellen), verpacken, verladen und versenden – Du bist zuständig, dass alles effizient und reibungslos verläuft.

Wo kann ich als Fachkraft für Lagerlogistik arbeiten?

Viele Unternehmen sind auf eine effiziente Lagerverwaltung angewiesen. Daher bieten sich für Dich als Fachkraft für Lagerlogistik verschiedene Branchen und Arbeitsorte an. Hier sind einige Orte, an denen Du als Fachkraft für Lagerlogistik arbeiten kannst:

  • Industrieunternehmen: In Produktionsbetrieben, sei es in der Automobilindustrie, Elektronikindustrie oder anderen Fertigungssektoren, werden Fachkräfte für Lagerlogistik benötigt, um den reibungslosen Materialfluss sicherzustellen.
  • Handelsunternehmen: Sowohl im Einzelhandel als auch im Großhandel spielen Lagerlogistik und Warenwirtschaft eine entscheidende Rolle. Hier könntest Du in Supermärkten, Kaufhäusern oder Logistikzentren größerer Handelsketten arbeiten. Auch die Lagerzentren für Onlinehändler sind ein denkbarer Arbeitsplatz.
  • Logistikunternehmen: Firmen, die sich auf Logistikdienstleistungen spezialisiert haben, benötigen Fachkräfte für Lagerlogistik, um die Lagerhaltung und den Versand für verschiedene Kunden zu übernehmen.
  • Speditionen und Transportunternehmen: Die Koordination von Warentransporten erfordert eine sorgfältige Lagerlogistik. In Speditionen und Transportunternehmen gibt es daher auch Bedarf an qualifizierten Fachkräften.
  • Flughäfen und Häfen: In internationalen Transport- und Logistikzentren, wie Flughäfen oder Häfen, werden ebenfalls Fachkräfte für Lagerlogistik gebraucht.

Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik

Um Fachkraft für Lagerlogistik zu werden, musst Du eine duale Ausbildung machen. Du bist also sowohl in der Berufsschule als auch in Deinem gewählten Ausbildungsbetrieb. In der Schule wird Dir an einigen Tagen in der Woche oder im Blockunterricht das notwendige Wissen beigebracht, das Du im Betrieb direkt in die Praxis umsetzt.

Über deine Aufgaben musst Du ein schriftliches Berichtsheft führen, das regelmäßig von Deinem Ausbilder kontrolliert wird.

Die Fachkraft Lagerlogistik Ausbildung dauert drei Jahre. Mit sehr guten Noten oder dem (Fach-)Abitur kann die Ausbildung auf 2,5 oder zwei Jahre verkürzt werden. In der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres musst Du eine Zwischenprüfung ablegen. Am Ende der Berufsausbildung findet die Abschlussprüfung statt. Hast Du alles bestanden, darfst Du Dich staatlich anerkannte Fachkraft für Lagerlogistik nennen.

Welche Voraussetzungen muss ich für die Lagerlogistik-Ausbildung erfüllen?

  • Kein Mindestschulabschluss
  • Gute Noten in Mathematik & Deutsch
  • Zahlenaffinität
  • Sorgfalt & Genauigkeit
  • Körperliche Belastbarkeit
  • Verantwortungs- und Gefahrenbewusstsein
  • Organisationstalent
  • Räumliches Vorstellungsvermögen

Prinzipiell kannst Du mit jedem Schulabschluss die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik beginnen. Ein Großteil der Ausbildungsbetriebe verlangt aber mindestens den Hauptschulabschluss. Gute Noten in Mathe und Deutsch sind wünschenswert, auch Fremdsprachenkenntnisse sind für die Ausbildung von Vorteil. Wichtiger sind aber Soft Skills wie Sorgfalt und Verantwortungs- und Gefahrenbewusstsein.

Wie läuft die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik ab?

Unter der Woche arbeitest Du in Deinem Ausbildungsbetrieb. Zusätzlich besuchst Du entweder an ausgewählten Tagen in der Woche die Berufsschule oder der Unterricht findet als Blockveranstaltung statt. Mehr Infos zu den Inhalten und Prüfungen findest Du in der Verordnung über die Berufsausbildung im Lagerbereich in den Ausbildungsberufen Fachlagerist/Fachlageristin und Fachkraft für Lagerlogistik (LWLogAusbV).

Theorieunterricht

Allgemeinbildende Fächer wie Wirtschafts- und Sozialkunde sind immer Teil einer Ausbildung. Überwiegend befasst Du Dich aber mit berufsbildenden Themen wie zum Beispiel:

  • Arbeitsorganisation; Information & Kommunikation
  • Logistische Prozesse & qualitätssichernde Maßnahmen
  • Annahme, Lagerung, Kommissionierung, Verpackung & Versand von Gütern
  • Einsatz von Arbeitsmitteln
  • Umweltschutz
  • Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit

Praxis

Welche Inhalte Dich in der Praxis erwarten, hängt von Deinem gewählten Ausbildungsbetrieb und der Branche ab. Grundsätzlich lernst Du den Alltag als Lagerfachkraft kennen und übernimmst mit der Zeit auch anspruchsvollere Aufgaben. Du lernst zum Beispiel, wie man einen Gabelstapler richtig bedient, das Abladen von Gütern organisiert wird oder Lieferungen zusammengestellt werden. Auch das Einholen von Angeboten oder Inventurarbeiten und Jahresabschlüsse können zu Deinen Aufgaben gehören.

Zwischenprüfung

Die Zwischenprüfung findet in der Mitte Deines zweiten Ausbildungsjahres statt.

Einerseits wirst Du praktisch anhand einer Arbeitsaufgabe geprüft, die Du innerhalb von 90 Minuten durchführen sollst. Diese beinhaltet mindestens eines der folgenden Gebiete:

  1. Entladen und Kontrollieren einer Lieferung
  2. Einlagern von Gütern nach Güterarten

Dabei sollst Du zeigen, dass Du Arbeitsmittel auswählen und nach Kontrolle ihrer Funktionsfähigkeit anwenden kannst. Darüber hinaus sollst Du nachweisen, dass Du den Sicherheits- und Gesundheitsschutz bei der Arbeit sowie den Umweltschutz berücksichtigen kannst.

Andererseits erwartet Dich auch eine schriftliche Prüfung. Diese dauert 90 Minuten und kann praxisbezogene Aufgaben aus folgenden Gebieten umfassen:

  1. Arbeitsorganisatorische Abläufe
  2. Funktion und Einsatz von Arbeitsmitteln
  3. Lagerungsprozesse

Abschlussprüfung

Die Abschlussprüfung absolvierst Du am Ende Deiner Lagerlogistik-Ausbildung. Sie besteht aus drei schriftlichen und einer praktischen Prüfung. Die schriftlichen Aufgaben sind:

  1. Prozesse der Lagerlogistik (180 Minuten; 25 Prozent)
  2. Rationeller und qualitätssichernder Güterumschlag (90 Minuten; 15 Prozent)
  3. Wirtschafts- und Sozialkunde (60 Minuten; 10 Prozent)

In der praktischen Prüfung musst Du innerhalb von höchstens 5 Stunden zwei Aufgaben aus verschiedenen Prüfungsgebieten durchführen. Beide Aufgaben zählen zu je 25 Prozent. Innerhalb der Zeit wird ein insgesamt bis zu 15-minütiges Fachgespräch über Deine Arbeitsaufgaben geführt. Prüfungsgebiete, die für die Prüfung in Betracht kommen, sind:

  1. Erfassung von Güterbewegungen unter Anwendung betrieblicher Informations- und Kommunikationsmittel
  2. Erstellen eines Beladeplans für unterschiedliche Güter unter Berücksichtigung eines Tourenplans
  3. Versandfertiges Verpacken von Gütern, Beladen und Sichern der Ladung
  4. Ein-, Um- und Auslagern von Gütern unter Berücksichtigung der Umschlaghäufigkeit, der Güterbeschaffenheit und der Wegezeiten
  5. Feststellen und Dokumentieren von Mängeln, Ergreifen von Maßnahmen zur Mängelbeseitigung

Fachkraft für Lagerlogistik: Gehalt während der Ausbildung

Wie hoch Dein Gehalt als Fachkraft für Lagerlogistik während der Ausbildung ist, hängt von verschiedenen Einflüssen ab. Dazu gehören beispielsweise Dein Arbeitsort, Branche, Unternehmensgröße sowie Tarife.
Generell kannst Du während der Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik von folgendem Gehalt ausgehen:

  • Im 1. Ausbildungsjahr: ca. 800-1.110 € brutto
  • Im 2. Ausbildungsjahr: ca. 870-1.200 € brutto
  • Im 3. Ausbildungsjahr: ca. 960-1.350 € brutto

Fachkraft für Lagerlogistik: Gehalt nach der Ausbildung

Wie sich Dein Bankkaufmann Gehalt im Laufe der Jahre verändert, hängt von einigen Einflussfaktoren ab. Diese Faktoren sind wie auch schon während der Ausbildung beispielsweise Dein Arbeitsort, Deine Berufserfahrung, die Unternehmensgröße und eine Tarifbindung. Als Fachkraft für Lagerlogistik kannst Du mit einem Einstiegsgehalt von ca. 2.200 € brutto rechnen. Im Laufe Deiner Karriere kann Dein Gehalt auf bis zu 3.500 € ansteigen.

Gehaltsunterschiede in den Bundesländern

Wie schon erwähnt kommt es in den unterschiedlichen Bundesländern zu Schwankungen beim Gehalt. Tarifverträge gelten oft nicht bundesweit, sondern werden unternehmens- oder landesweit geschlossen. Auch andere Faktoren wirken sich auf die Bezahlung in den Regionen aus.
Im Durchschnitt verdienst Du als Fachkraft – Lagerlogistik in Deutschland 2.971 Euro brutto. Am meisten Gehalt bekommst Du in Baden-Württemberg, während Du in Thüringen im Schnitt am wenigsten verdienst.

Grafik: Durchschnittliches Gehalt als Fachkraft für Lagerlogistik in den Bundesländern in Deutschland.

Quelle: Bundesagentur für Arbeit. (2022). Entgelt für den Beruf: Fachkraft – Lagerlogistik. https://web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/beruf/27449

Wie kann ich mich als Fachkraft für Lagerlogistik weiterbilden?

Du möchtest Karriere machen? Nach Deiner Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik stehen Dir zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten zur Wahl. Generell wird zwischen Aufstiegs- und Anpassungsfortbildungen unterschieden. Aber auch ein Studium kannst Du anschließen.

Aufstiegsfortbildung

Wie der Name schon verrät, geht es bei Aufstiegsfortbildungen um den beruflichen Aufstieg. Mit diesen Weiterbildungen qualifizierst Du Dich für Führungspositionen und mehr Gehalt. Mögliche Optionen sind beispielsweise:

  • Logistikmeister
  • Technischer Betriebswirt – Einkauf und Logistik; Vorratswirtschaft; Logistik
  • Handelsfachwirt
  • Ausbilder
  • Fachwirt für Logistiksysteme

Anpassungsfortbildung

Mithilfe von Anpassungsfortbildungen kannst Du Dein Wissen aktuell halten. So bleibst Du immer über Entwicklungen und Veränderungen in den Bereichen Material-, Lager- und Warenwirtschaft, Transportlogistik oder Gefahrguttransport informiert.

Studium

Wenn Du den notwendigen Schulabschluss hast, kannst Du der Fachlogistiker-Ausbildung auch ein Studium anschließen. Damit kannst Du Dein Wissen weiter vertiefen und Dich für neue Bereiche qualifizieren. Passende Studiengänge sind beispielsweise:

  • Logistik & Supply-Chain-Management
  • Betriebswirtschaftslehre (zum Beispiel mit Schwerpunkt Spedition, Transport & Logistik)
  • Wirtschaftsingenieurwesen

Fazit: Warum soll ich Fachkraft für Lagerlogistik werden?

In fast allen Branchen wirst Du als Fachkraft für Lagerlogistik gebraucht. Ob Logistik, E-Commerce oder sogar am Flughafen – der Beruf als Fachlogistiker bietet Dir langfristige Perspektiven mit viel Auswahl und Abwechslung. Mit Fort- und Weiterbildungen sowie Berufserfahrung kann Dein Gehalt ordentlich ansteigen. Außerdem wirst Du in vielen Branchen nach Tarif bezahlt, was Deinem Gehalt oftmals einen Schub gibt. Nicht zuletzt trägst Du viel Verantwortung – schließlich ist es Deine Aufgabe sicherzustellen, dass alles reibungslos abläuft. Das erfordert nicht nur organisatorisches Geschick, sondern auch Selbstständigkeit und Eigenverantwortung.

Häufige Fragen

Als Fachkraft für Lagerlogistik bist Du für die Organisation und Steuerung von logistischen Prozessen verantwortlich. Du kümmerst Dich um die fachgerechte Lagerung von Waren, kontrollierst Bestände, nimmst Lieferungen entgegen und bearbeitest Versandvorgänge. Zu Deinen Aufgaben gehört auch die Nutzung von Lagerverwaltungssystemen und anderen technischen Hilfsmitteln, um einen effizienten Warenfluss sicherzustellen.
Das Gehalt einer Fachkraft für Lagerlogistik kann je nach Region, Erfahrung und Branche variieren. Im Durchschnitt verdienst Du in Deutschland 2.971 Euro brutto im Monat. Mit zunehmender Berufserfahrung und Weiterbildungen sind auch höhere Gehälter möglich.
Die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik dauert in der Regel drei Jahre. Es ist jedoch auch möglich, die Ausbildung unter bestimmten Voraussetzungen zu verkürzen. Dies könnte beispielsweise der Fall sein, wenn Du bereits über einen höheren Schulabschluss oder eine vorherige abgeschlossene Berufsausbildung verfügst.
Die verkürzte, zweijährige Ausbildung im Bereich Lagerlogistik nennt sich „Fachlagerist“. Fachlageristen übernehmen ähnliche Aufgaben wie Fachkräfte für Lagerlogistik, jedoch auf einem etwas niedrigeren Qualifikationsniveau. Nach erfolgreichem Abschluss der Fachlageristen-Ausbildung besteht die Möglichkeit, sich weiter zur Fachkraft für Lagerlogistik zu qualifizieren.