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Industriekaufmann: Ausbildung, Aufgaben & Gehalt

  • Autor: Bennett Asal
  • Aktualisiert: 25.02.2025
  • Lesedauer: 9 Minuten
Titelbild: Industriekaufmann werden

Factsheet

Empfohlener Schulabschluss: Mittlere Reife
Ausbildungsart: Duale Ausbildung
Ausbildungsdauer: 3 Jahre
Einstiegsgehalt: ca. 2.500 €
Arbeitsorte: Unternehmen aller Wirtschaftsbereiche
Arbeitszeiten: Gleitzeit

Was macht ein Industriekaufmann?

Als Industriekaufmann bist Du der Allrounder fĂŒr die Industrie – und zwar in allen Abteilungen. Ob Rechnungswesen, Vertrieb oder Produktion, deine kaufmĂ€nnischen FĂ€higkeiten sind fast ĂŒberall gefragt. Zu Deinen Aufgaben zĂ€hlen zum Beispiel:

  • Rechnungswesen: Du erstellst und kontrollierst Rechnungen, buchst GeschĂ€ftsvorgĂ€nge, berechnest kosten und fĂŒhrst die FinanzbĂŒcher.
  • Materialwirtschaft und Einkauf: Du planst und optimierst Produktionsprozesse, kontrollierst und befĂŒllst den Warenbestand, kontrollierst Lieferungen oder holst externe Angebote ein.
  • Personalwesen: Du ermittelst den Personalbedarf, erstellst EinsatzplĂ€ne und ArbeitsvertrĂ€ge, verwaltest die Personalakten und wĂ€hlst Bewerber aus.
  • Marketing: Du fĂŒhrst Marktanalysen durch und entwickelst Werbekampagnen.
  • Vertrieb: Du bist fĂŒr die Neukundengewinnung verantwortlich, berĂ€tst Kunden und schreibst Angebote und Rechnungen.

Welche Aufgaben Dich erwarten, kommt meist auf die Branche und Deinen Betrieb an.

Wo kann ich als Industriekaufmann arbeiten?

Als Industriekaufmann wirst Du in fast jeder Branche gebraucht, wodurch sich fĂŒr Dich Ă€ußerst viele Einsatzmöglichkeiten ergeben – abhĂ€ngig auch von Deinen persönlichen Interessen. So kannst Du beispielsweise im Handel, der Fahrzeugindustrie oder der Textilindustrie arbeiten.

Ausbildung zum Industriekaufmann

Wenn Du Industriekaufmann werden willst, musst Du eine duale Ausbildung absolvieren. Das heißt, dass Du im Wechsel in der Berufsschule bist und in Deinem Ausbildungsbetrieb arbeitest. In der Schule wird Dir im Blockunterricht oder an festen Tagen in der Woche das nötige theoretische Wissen vermittelt. Im Betrieb kannst Du Deine Kenntnisse und FĂ€higkeiten dann in der Praxis umsetzen.

Als Ausbildungsnachweis musst Du ein schriftliches Berichtheft fĂŒhren, das regelmĂ€ĂŸig von Deinem Ausbilder kontrolliert wird. In diesem Heft notierst Du Deine Lerninhalte und Aufgaben.

Die Ausbildung zum Industriekaufmann dauert 3 Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Ausbildungsdauer auch auf 2 oder 2,5 Jahre verkĂŒrzt werden. In der Mitte Deines zweiten Ausbildungsjahres musst Du eine schriftliche ZwischenprĂŒfung ablegen. Am Ende der Ausbildung erwarten Dich schriftliche und mĂŒndliche PrĂŒfungen. Hast Du alles bestanden, bist Du staatlich anerkannter Industriekaufmann bzw. Industriekauffrau.

Welche Voraussetzungen muss ich fĂŒr die Industriekaufmann Ausbildung erfĂŒllen?

  • Kein Mindestschulabschluss
  • Gute Noten in Deutsch, Mathematik und Englisch
  • SorgfĂ€ltige Arbeitsweise
  • Analytische FĂ€higkeiten
  • Neugierde und Lernbereitschaft
  • KommunikationsstĂ€rke

Generell kannst Du die Ausbildung mit jedem Schulabschluss beginnen. Die meisten Ausbildungsbetriebe fordern aber mindestens die mittlere Reife oder das (Fach-)Abitur. Gute Noten in Mathe, Deutsch und Englisch sind von Vorteil. Wichtig ist aber vor allem, dass Du auch persönlich und mit Deinen Soft Skills ĂŒberzeugst: Als Industriekaufmann ist eine sorgfĂ€ltige Arbeitsweise besonders wichtig. Außerdem solltest Du analytische FĂ€higkeiten mitbringen und offen dafĂŒr sein, Neues zu lernen.

Wie lÀuft die Industriekaufmann-Ausbildung ab?

Der stĂ€ndige Wechsel aus Theorie und Praxis ist in der dualen Ausbildung ĂŒblich. Als Auszubildender bist Du von Anfang an fest in den Betrieb integriert und ĂŒbernimmst mit der Zeit mehr und anspruchsvollere Aufgaben. In der Berufsschule lernst Du alles, was Du fĂŒr das spĂ€tere Berufsleben brauchst.
WĂ€hrend der Ausbildung kannst Du Dich auf einen Schwerpunkt spezialisieren. Dort erwarten Dich weitere wichtige Kenntnisse. Dir stehen folgende Spezialisierungen zur Auswahl:

  1. Vertrieb
  2. Lagerlogistik
  3. Personalmarketing
  4. Produktentwicklung
  5. Auslandseinsatz
  6. Projektabrechnung

Theorieunterricht

Allgemeinbildende FÀcher wie Deutsch, Englisch und Sozialkunde sind immer Teil einer Berufsausbildung. ZusÀtzlich erwirbst Du wichtige Kenntnisse in den berufsspezifischen FÀchern. Relevante Gebiete sind zum Beispiel:

  • Materialwirtschaft
  • Finanz- und Rechnungswesen
  • Betriebswirtschaftliche GeschĂ€ftsprozesse
  • KaufmĂ€nnische Steuerung und Controlling
  • Logistik und Lagerhaltung

Praxis

Deine Aufgaben in der Praxis hÀngen ganz von Deinem Ausbildungsbetrieb ab. Je nachdem, in welcher Branche Du tÀtig bist, erwarten Dich unterschiedliche TÀtigkeiten. Du lernst zum Beispiel, wie Du den Personalbedarf berechnest, wie Du Kunden berÀtst und wie der Zahlungsverkehr abgewickelt wird.

ZwischenprĂŒfung

Die ZwischenprĂŒfung findet in der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres statt. FĂŒr die schriftlichen Aufgaben hast Du insgesamt 90 Minuten Zeit. Du wirst in folgenden Bereichen geprĂŒft:

  1. Beschaffung und Bevorratung
  2. Produkte und Dienstleistungen
  3. Kosten- und Leistungsrechnung

AbschlussprĂŒfung

Die AbschlussprĂŒfung legst Du am Ende der Industriekaufmann Ausbildung ab. Sie besteht aus drei schriftlichen und einer mĂŒndlichen PrĂŒfung.

Schriftliche PrĂŒfung

Die schriftliche PrĂŒfung zĂ€hlt 70 Prozent und umfasst drei PrĂŒfungsbereiche:

  1. GeschĂ€ftsprozesse (40 Prozent): FĂŒr diese PrĂŒfung hast Du höchstens 180 Minuten Zeit. Du bearbeitest Situationsaufgaben oder Fallbeispiele, die auf Prozesse und komplexe Sachverhalte ausgerichtet sind. Dabei sollst Du zeigen, dass Du GeschĂ€ftsprozesse analysieren sowie ergebnis- und kundenorientierte Problemlösungen entwickeln kannst. Es kommen vor allem die Gebiete Marketing und Absatz, Beschaffung und Bevorratung, Personal und Leistungserstellung fĂŒr die PrĂŒfung infrage.
  2. KaufmĂ€nnische Steuerung und Kontrolle (20 Prozent): In höchstens 90 Minuten bearbeitest Du vier praxisbezogene Aufgaben aus dem Bereich Leistungsabrechnung und unter BerĂŒcksichtigung des Controllings. Du musst nachweisen, dass Du Kosten erfassen, die betrieblichen Geld- und Wertströme analysieren und betriebswirtschaftliche Schlussfolgerungen daraus ableiten kannst.
  3. Wirtschafts- und Sozialkunde (10 Prozent): FĂŒr die schriftlichen Aufgaben hast Du maximal 60 Minuten Zeit. Du sollst allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche ZusammenhĂ€nge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen und beurteilen.
MĂŒndliche PrĂŒfung

Die mĂŒndliche PrĂŒfung wird mit 30 Prozent gewichtet und findet im Bereich Einsatzgebiet statt. Du hĂ€ltst eine PrĂ€sentation und fĂŒhrst anschließend ein FachgesprĂ€ch ĂŒber eine selbststĂ€ndig durchgefĂŒhrte Fachaufgabe. Die PrĂ€sentation und das FachgesprĂ€ch sollen zusammen höchstens 30 Minuten dauern.
FĂŒr die PrĂŒfung erstellst Du einen höchstens 5-seitigen Report ĂŒber eine Fachaufgabe im Einsatzgebiet. Dieser ist die Basis fĂŒr Deine PrĂ€sentation und das FachgesprĂ€ch. In der PrĂ€sentation sollst Du zeigen, dass Du Sachverhalte, AblĂ€ufe und Ergebnisse der bearbeiteten Fachaufgabe erlĂ€utern und mit praxisĂŒblichen Mitteln darstellen kannst. Im GesprĂ€ch geht es darum, dass Du die Fachaufgabe in GesamtzusammenhĂ€nge einordnen, HintergrĂŒnde erlĂ€utern und Ergebnisse bewerten kannst.