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Architekt: Studium, Aufgaben & Gehalt

  • Autor: Laura Lindemann
  • Aktualisiert: 04.03.2024
  • Lesedauer: 9 Minuten
Titelbild: Architekt werden

Factsheet

Empfohlener Schulabschluss: (Fach-)Abitur
Ausbildungsart: Studium
Ausbildungsdauer: mind. 8 Semester
Einstiegsgehalt: ca. 3.200 ‚ā¨
Arbeitsorte: Architektur- oder Ingenieurb√ľros, Bau- oder Immobilienunternehmen, Wohnungsbaugesellschaften, Bau√§mter
Arbeitszeiten: feste Arbeitszeiten, projektabhängig

Was macht ein Architekt?

Als Architekt bist Du f√ľr die Gestaltung des Lebensraums und der r√§umlichen Umgebung von Menschen verantwortlich. Das umfasst zum Beispiel den Bau neuer Einfamilienh√§user, B√ľrogeb√§ude oder auch die Sanierung alter Strukturen. Dabei sind von Dir nicht nur Kreativit√§t und √§sthetisches Empfinden gefordert, sondern auch analytisches und konstruktives Denken. Deine Aufgabe besteht darin, innovative L√∂sungen zu entwickeln, die sowohl formale als auch funktionale Aspekte ber√ľcksichtigen.

Im Grunde √ľbernimmst Du eine Vielzahl von Aufgaben im Bereich der Geb√§udeplanung und -gestaltung. Hier sind einige Deiner Hauptaufgaben:

  • Entwurfsplanung: Du entwickelst kreative Konzepte und Entw√ľrfe f√ľr Bauprojekte unter Ber√ľcksichtigung von funktionalen, √§sthetischen und finanziellen Aspekten.
  • Kommunikation mit Kunden: Du besprichst die Anforderungen und W√ľnsche der Kunden, um deren Bed√ľrfnisse zu verstehen und in die Planung zu integrieren.
  • Erstellung von Baupl√§nen: Du erstellst detaillierte Baupl√§ne, die von Bauherren, Bauarbeitern und anderen Fachleuten verwendet werden k√∂nnen.
  • Kostenkalkulation: Du erstellst Kostensch√§tzungen f√ľr Materialien, Arbeitskraft und andere Ressourcen, um realistische Budgets f√ľr Bauprojekte zu entwickeln.

Was ist der Unterschied zwischen Architekt und Bauingenieur?

Architekten und Bauingenieure arbeiten bei Projekten oft Hand in Hand. Doch was ist eigentlich der Unterschied zwischen den beiden Berufen, die sich auf den ersten Blick so ähnlich sehen?

Als Architekt bist Du ein kreativer Generalist, der f√ľr ein breites Spektrum an F√§higkeiten ausgebildet wird. Im Gegensatz zu Bauingenieuren machen sich Architekten viel √∂fter selbstst√§ndig. Um hierbei Erfolg zu haben braucht es breit gef√§cherte F√§higkeiten ‚Äď vom Entwurf von Pl√§nen und Bauwerken bis hin zu einem ordentlichen Gesch√§ftssinn. Der Fokus liegt vor allem auf der Kreativit√§t, √Ąsthetik und Kunst.

Im Bauingenieurswesen ist die Kreativität dagegen oft nur zweitrangig. Stattdessen sind Bauingenieure technische Spezialisten, die besonders im Bereich der Baumaterialien sehr geschult sind. Biophysik, Mathematik und Naturwissenschaften nehmen hier neben Statik und Tragwerksplanung einen Großteil der Ausbildung ein.

Im Grunde ist es so, dass Bauingenieure die kreativen Konzepte von Architekten verwirklichen. Sie beurteilen die Machbarkeit von Entw√ľrfen und sorgen daf√ľr, dass sie wie geplant umgesetzt werden k√∂nnen.

Wo kann ich als Architekt arbeiten?

Als Architekt hast Du verschiedene Arbeitsmöglichkeiten, die je nach Spezialisierung und Interessen variieren.

Viele Architekten arbeiten in spezialisierten Architektur- oder Ingenieurb√ľros. Hier bist Du f√ľr verschiedenste Projekte wie Wohn- und B√ľrogeb√§ude oder √∂ffentliche Einrichtungen zust√§ndig. H√§ufig entscheiden sich Architekten daf√ľr, sich mit einem Architekturb√ľro selbstst√§ndig zu machen.

Auch in Bauunternehmen kannst Du als Architekt eine Anstellung finden. Hier geht es vor allem um die Planung und Umsetzung von Bauprojekten.

Au√üerdem kannst Du auch im √∂ffentlichen Dienst t√§tig werden: In der √∂ffentlichen Verwaltung bist Du auf kommunaler, regionaler oder staatlicher Ebene beispielsweise f√ľr St√§dtebau, Denkmalschutz oder andere √∂ffentliche Projekte verantwortlich. Im Bauamt oder in Genehmigungsbeh√∂rden liegt der Fokus hingegen auf der Pr√ľfung von Bauprojekten und der Erteilung von Genehmigungen.

Wie werde ich Architekt?

Es gibt in Deutschland keine ‚ÄěArchitekt Ausbildung‚Äú. Stattdessen kannst Du nur Architekt werden, wenn Du Architektur studierst. Damit Du Dich Architekt nennen darfst, musst Du mindestens 8 Semester Studienzeit und 2 Jahre Berufserfahrung nachweisen k√∂nnen. Erst dann kannst Du in die Architektenkammer eingetragen werden. Das nennt man auch ‚Äěkammerf√§hig‚Äú. Um die 8 Semester Regelstudienzeit zu erreichen, musst Du Dich entweder f√ľr eine passende Universit√§t oder Hochschule entscheiden oder aber nach dem Bachelorabschluss noch einen Master machen.

Vereinzelt gibt es auch Unternehmen, die ein duales Studium anbieten. Das duale Studium kennzeichnet sich dadurch, dass Du in der unifreien Zeit im Unternehmen arbeitest und so direkt die Praxis erlernst. Ein weiterer Vorteil: Du bekommst während Deines dualen Architekturstudiums auch ein entsprechendes Gehalt.

Welche Voraussetzungen muss ich erf√ľllen, wenn ich Architektur studieren will?

  • (Fach)-Abitur
  • Zulassungsbeschr√§nkungen: NC, Vorpraktikum, Eignungstest (je nach Universit√§t / Hochschule)
  • Gute Noten in Mathematik, Physik und Kunst
  • Zeichnen
  • Technisches Verst√§ndnis
  • R√§umliches Vorstellungsverm√∂gen
  • Kreativit√§t
  • Organisationstalent & Zeitmanagement
  • Sorgfalt & Genauigkeit

F√ľr das Architekturstudium solltest Du die Allgemeine Hochschulreife (Abitur) oder die Fachhochschulreife (Fachabitur) haben. Aber auch mit einem Meister oder einem Techniker in einem relevanten Ausbildungsberuf, wie zum Beispiel Bauzeichner, kannst Du zugelassen werden.
Vereinzelt gibt es an den Hochschulen und Universitäten eine Zulassungsbeschränkung durch einen Numerus clausus (NC). Im Schnitt liegt dieser bei 2,5, erfahrungsgemäß variiert er aber jedes Semester und an jeder Universität beziehungsweise Hochschule. Oft gehört zu Deiner Bewerbung auch ein Eignungstest, ein Vorpraktikum und eine Projektmappe.

Um das Studium in Architektur erfolgreich abzuschließen, solltest Du neben den fachlichen Qualifikationen aber vor allem persönliches Interesse und weitere Soft Skills mitbringen. Als Architekt musst Du präzise und sorgfältig arbeiten können. Schließlich sollten Dir beim Planen von Gebäuden keine Fehler unterlaufen. Zeichentalent und ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen sind hier Grundvoraussetzungen. Nicht zuletzt solltest Du auch ein gewisses technisches Verständnis mitbringen und in der Lage sein, Raumgrößen oder ähnliches zu berechnen.

Wie läuft das Architektur Studium ab?

Anders als bei einer Ausbildung, die durch eine Ausbildungsverordnung recht einheitlich geregelt ist, gibt es solche Vorgaben f√ľr ein Architektur Studium nicht. Insbesondere, da Du den akademischen Grad je nach Schwerpunkt der Universit√§t beziehungsweise Hochschule erlangst (B.A., B.Eng. oder B.Sc.). Dementsprechend unterscheiden sich auch die Studieninhalte, die Dich erwarten. Trotzdem wollen wir Dir einen exemplarischen Ablauf skizzieren:

In den ersten Semestern bekommst Du vor allem die Grundlagen beigebracht. Du besch√§ftigst Dich mit theoretischen Themen wie Architekturgeschichte, Tragwerkslehre und Geb√§udetypologie. Gleichzeitig werden Dir nat√ľrlich auch die Basics des Architektenhandwerks vermittelt: Entwurfstechniken, Modellbau und zeichnerische Darstellung.

Im Laufe des Studiums kommen Vertiefungsfächer hinzu, die es Dir ermöglichen, Dich später auf einen bestimmten Schwerpunkt zu spezialisieren. Dazu zählen zum Beispiel Innenarchitektur, Städtebau oder nachhaltiges Bauen. Du arbeitest an realen oder fiktiven Projekten und lernst so das optimale Planen und Gestalten.

In vielen Architekturstudieng√§ngen, insbesondere an den Fachhochschulen, ist gegen Ende eine praktische Phase vorgesehen, in der Du Dein Wissen in die Praxis umsetzt. Zum Abschluss schreibst Du dann noch Deine Bachelorarbeit. Beispielhafte Themen sind hier Ver√§nderungen von Raumkonzepten sowie die Neuerstellung von Geb√§udeentw√ľrfen.

Dein Bachelorstudium schließt Du normalerweise nach 6 bis 8 Semestern mit dem Bachelor of Arts (B.A.), Bachelor of Science (B.Sc.) oder Bachelor of Engineering (B.Eng.) ab.

Architekt Gehalt

Als Architekt kannst Du mit einem guten Gehalt rechnen. Wie hoch Dein Verdienst letzten Endes ist, hängt von unterschiedlichen Einflussfaktoren ab. Je nach Qualifikation, Schwerpunkt, Berufserfahrung, Region, Branche und Unternehmensgröße kann es zu erheblichen Unterschieden beim Gehalt kommen. Beispielsweise verdienst Du als Architekt mit einem Masterabschluss mehr, als wenn Du nur den Bachelor absolviert hast.

Dein Einstiegsgehalt wird bei ungef√§hr 3.200 Euro brutto im Monat liegen. Mit ansteigender Berufserfahrung und Verantwortung wird Dein Architekten Gehalt nat√ľrlich h√∂her ausfallen.

Gehaltsunterschiede in den Bundesländern

Wie schon gesagt, ist Dein Gehalt als Architekt unter anderem auch von der Region abhängig, in der Du arbeitest. Je nach Bundesland fällt das Gehalt unterschiedlich hoch aus. Im Schnitt verdienst Du als Architekt in Deutschland 4.390 Euro brutto im Monat. Am meisten Gehalt bekommst Du durchschnittlich in Rheinland-Pfalz, am schlechtesten bezahlt wirst Du in Sachsen. Abhängig von Deinem Schwerpunkt kann das Gehalt aber auch erheblich abweichen.

Grafik: Durchschnittliches Gehalt als Architekt in den Bundesländern in Deutschland.

Quelle: Bundesagentur f√ľr Arbeit. (2022). Entgeltatlas. Entgelt f√ľr den Beruf ‚Äď Architekt/in. https://web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/beruf/15706

Fazit: Warum soll ich Architekt werden?

Als Architekt kannst Du Deiner Kreativit√§t freien Lauf lassen und innovative Designs entwickeln, die die Umgebung und das Leben der Menschen nachhaltig beeinflussen. Deine Arbeit ist sehr vielf√§ltig und erstreckt sich von der Ideenfindung √ľber die detaillierte Planung bis zur Umsetzung von Brauprojekten. Neue Technologien und innovative Baustoffe er√∂ffnen st√§ndig neue M√∂glichkeiten f√ľr kreative Gestaltungskonzepte.

Gehaltlich bietet der Beruf des Architekten attraktive Perspektiven, insbesondere mit zunehmender Berufserfahrung und Spezialisierung. Zusammenfassend er√∂ffnet die Architektur nicht nur die Chance, vision√§re Ideen zu verwirklichen, sondern bietet auch eine stabile berufliche Zukunft und die Erf√ľllung, die gebaute Umwelt nachhaltig zu pr√§gen.

Häufige Fragen

Als Architekt gestaltest Du die gebaute Umwelt, von Wohnhäusern bis zu großen städtischen Projekten. Du entwickelst kreative Konzepte, erstellst Baupläne und koordinierst den Bauablauf, um sicherzustellen, dass das Endprodukt den gestalterischen und funktionalen Anforderungen entspricht.
Das Gehalt variiert je nach Qualifikation, Erfahrung, Spezialisierung und Standort. In Deutschland liegt das Durchschnittsgehalt f√ľr Architekten bei 4.390 Euro brutto im Monat.
Um Architekt zu werden, ben√∂tigst Du ein abgeschlossenes Architekturstudium an einer Hochschule oder Universit√§t. Praktische Erfahrung durch Praktika und eine erfolgreich abgelegte Architektenpr√ľfung sind ebenfalls erforderlich.
Das Architekturstudium dauert in der Regel 6 bis 9 Semester. Kammerfähig bist Du, wenn Du das Studium abgeschlossen und mindestens 8 Semester Regelstudienzeit nachweisen kannst (Bachelor oder Bachelor + Master) sowie mindestens 2 Jahre Berufserfahrung gesammelt hast.
Gute Kenntnisse in Mathematik, Physik und Kunst sind wichtig. Kreativit√§t, r√§umliches Vorstellungsverm√∂gen und Kommunikationsf√§higkeiten sind ebenfalls entscheidend f√ľr den Erfolg als Architekt.
In Deutschland darfst Du Dich nur Architekt nennen, wenn Du in einer Architektenkammer eingetragen bist. Ein abgeschlossenes Studium ist hier eine der Grundvoraussetzungen. Ohne Studium kannst Du beispielsweise Bauzeichner werden und die Architekten bei ihrer Arbeit unterst√ľtzen.