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Bewerbungsfoto selber machen: 7 Tipps vom Profi

  • Autor: Laura Lindemann
  • Aktualisiert: 31.01.2024
  • Lesedauer: 10 Minuten
Titelbild: Bewerbungsfoto selber machen - 7 Tipps vom Profi

Das Bewerbungsfoto ist oft der erste Eindruck, den potenzielle Arbeitgeber von Dir bekommen. Dafür extra zum Fotografen zu gehen, ist aber kostspielig und zeitintensiv. Warum also nicht das Bewerbungsfoto selber machen? Wenn Du ein paar grundlegende Regeln beachtest, ist es gar nicht so schwer! Wir verraten Dir 7 Tipps für ein professionelles Foto und welche Fehler Du unbedingt vermeiden solltest, wenn Du überzeugen willst.

Brauche ich überhaupt ein Bewerbungsfoto?

Bewerbungsfotos waren in Deutschland in einer Bewerbung lange Zeit Pflicht. Seit der Einführung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) darf das Foto von Arbeitgebern nicht mehr gefordert werden – aus Gründen möglicher Diskriminierung. Heutzutage bleibt es also Dir überlassen, ob Du Dich mit oder ohne Foto bewirbst.

Trotzdem hat eine Befragung aus dem Jahr 2017 hat gezeigt, dass 38 % der befragten Recruiter das Bewerbungsfoto als „wichtiger“ oder „sehr wichtiger“ Bestandteil einer Bewerbung ansehen. Damit ist das Bewerbungsbild wichtiger als Arbeitsproben. Das gilt vor allem für Bereiche, in denen Du viel Kundenkontakt hast oder Deine Außenwirkung wichtig ist.

Ein authentisches, sympathisches Foto kann Deine Chancen im Bewerbungsprozess erhöhen, während ein unprofessionelles Selfie eher kontraproduktiv ist. Wenn Du Dein Bewerbungsfoto selbst machen willst, solltest Du also auf gute Qualität setzen. Kein Foto ist besser als ein schlechtes Foto!

Was spricht für ein selbstgemachtes Bewerbungsfoto?

In Jobs, in denen das äußere Erscheinungsbild besonders wichtig ist, kann ein professionelles Foto den entscheidenden Unterschied machen. Doch auch selbstgemachte Fotos können, wenn gut gemacht, Authentizität und Persönlichkeit vermitteln. Es kommt darauf an, was am besten zu Dir und Deinem beruflichen Kontext passt! Vorteile des selbstgemachten Bewerbungsfotos sind:

  1. Kostenersparnis: Professionelle Bewerbungsfotos können schnell teuer werden – Du musst mit Kosten von etwa 30 bis 100 Euro rechnen. Mit einem selbstgemachten Foto kannst Du hier einiges an Geld sparen, insbesondere wenn Dein Budget begrenzt ist.
  2. Bequemlichkeit: Die Atmosphäre ist bei Dir zuhause wahrscheinlich entspannter als in einem Fotostudio. Besonders für schüchtere Menschen kann der Gang zum Fotografen eher unangenehm sein, wodurch die Aufnahmen im Zweifel auch eher gestellt wirken. Im Komfort Deines Zuhauses kannst Du stressfrei für authentische Aufnahmen sorgen und diese im Zweifel noch weitere 20-mal wiederholen.
  3. Zeitersparnis: Ein professionelles Foto ist zwar schnell geschossen, durch die Terminabsprache und die Anfahrt zum Studio geht aber auch viel Zeit verloren. Mit einem selbstgemachten Bewerbungsfoto kannst Du Zeit sparen und den Zeitpunkt selbst bestimmen.
  4. Flexibilität: Du hast die volle Kontrolle über den gesamten Prozess. Du kannst so viele Aufnahmen machen, wie Du möchtest, und diejenigen auswählen, die Deinen Erwartungen am besten entsprechen.
  5. Authentizität: Ein selbstgemachtes Foto kann authentischer wirken und einen persönlichen Touch verleihen. Dies könnte sich positiv auf den Eindruck auswirken, den Du bei potenziellen Arbeitgebern hinterlässt. Außerdem kannst Du Deine Persönlichkeit besser einbringen, indem Du Stil, Pose und Hintergrund nach Deinen eigenen Vorlieben gestaltest.

Bewerbungsfoto selber machen: 7 Profi-Tipps

Du bist auf Jobsuche und möchtest mit einem hochwertigen Bewerbungsfoto punkten? Keine Sorge, mit diesen 7 Tipps kannst Du das ganz einfach selber machen!

1 📷 Benutze eine gute Kamera

Die Vorbereitung ist beim selbstgemachten Bewerbungsfoto die halbe Miete! Ob iPhone, Digitalkamera oder Spiegelreflexkamera – achte bei der Wahl der Kamera auf eine möglichst hohe Auflösung. Während die meisten Smartphones früher nicht gut genug waren, kannst Du heutzutage problemlos für Dein Bewerbungsfoto auf Dein iPhone oder Android-Smartphone zurückgreifen.

Folgende Bedingungen sollten aber erfüllt sein:

  • Kamera-Auflösung von mindestens 12 Megapixel
  • Pixeldichte von 300 dpi (Druckqualität)
  • Hochformat (üblicherweise 2:3)
  • Ohne Blitz fotografieren
  • Porträts am besten mit Brennweite zwischen 85 und 135 mm
  • Kamera auf Augenhöhe mit Deinem Gesicht

2 💡 Setze auf natürliches Licht

Wenn Du ein gutes Bewerbungsfoto machen willst, muss die Belichtung unbedingt stimmen. Im natürlichen Tageslicht siehst Du am besten aus – aber Vorsicht bei direktem Sonnenlicht, das sorgt für unschöne und harte Schatten. Ideal ist indirektes Tageslicht, zum Beispiel in der Nähe eines Fensters bei wolkigen Bedingungen.

Wenn es ein dunkler Tag ist, kann eine helle Lampe helfen. Achte hier darauf, nicht von oben oder unten angestrahlt zu werden, um Schatten im Gesicht zu vermeiden. Die Fotos solltest Du ohne Blitz machen. Wenn es nicht anders geht, solltest Du indirekt blitzen, zum Beispiel an die Decke.

3 🎨 Wähle einen neutralen Hintergrund

Beim Bewerbungsfoto stehst Du im Mittelpunkt! Grelle Farben oder unruhige Muster solltest Du im Hintergrund auf jeden Fall vermeiden, da sie von Dir ablenken. Gleiches gilt für Objekte wie Bilderrahmen oder Möbel.

Neutrale Farben wie weiß oder beige sorgen für ein harmonisches Bild. Je nach Branche kannst Du Dich auch für einen lebendigeren Hintergrund entscheiden, beispielsweise in einer Büro-Umgebung oder der freien Natur. Achte hier darauf, den Hintergrund leicht unscharf zu machen.

4 👔 Trage passende Kleidung

Mit der passenden Kleidung kannst Du Deine Persönlichkeit unterstreichen. Dein Outfit des Vorstellungsgesprächs kannst Du auch vorher schon für Dein Bewerbungsfoto nutzen. Denke daran, dich kleidungstechnisch an die Branche und die Position anzupassen. Mit einer weißen Bluse oder einem weißen Hemd kannst Du nichts falsch machen.

Farben können Akzente setzen – denke hier aber an die Farbwirkung! Während rosa eher lieb und weiblich wirkt, bringt rot Dynamik und Selbstbewusstsein ins Spiel. Teste am besten vorher, wie die Kleidung auf einem Bild wirkt und wie das Gesicht dadurch betont wird.

Folgende Grundregeln solltest Du bei der Kleidung beachten:

  • Outfit an die Branche, Position und das Unternehmen anpassen
  • Gepflegte Kleidung tragen
  • Nicht zu viel Ausschnitt zeigen
  • Nicht mehr als zwei Farben wählen
  • Fühle Dich in Deinem Outfit wohl, um nicht verkleidet zu wirken

5 💄 Style / Schminke Dich dezent

Beim Make-Up gilt: Weniger ist mehr! Betone Deine natürliche Schönheit, ohne zu übertreiben. Dabei sollten auch Männer darauf achten, dass die Haut auf den Fotos nicht glänzt. Starke Augenringe oder Hautunreinheiten lassen sich durch Abdeckprodukte kaschieren.

Gepflegte Haare (und bei Männern gegebenenfalls auch ein Bart) sind Pflicht. Die Frisur sollte dezent ausfallen, beispielsweise in einem Pferdeschwanz zusammengebunden oder locker über die Schultern fallend. Achte aber darauf, dass Dein Gesicht nicht verdeckt wird!

Schmuck sollte ebenfalls dezent eingesetzt werden und keinesfalls protzig sein.

6 🤳🏼 Achte auf ein natürliches Lächeln und Deine Körpersprache

Du solltest auf dem Foto weder zu lässig noch stocksteif wirken. Hier die goldene Mitte zu finden ist oft gar nicht so einfach.

Halte etwas Körperspannung und stehe aufrecht. Die Schultern sollten gerade sein und der Blick direkt in die Kamera gehen – das strahlt Professionalität aus. Etwas dynamischer sieht es aus, wenn Du Dich mit der Schulter seitlich positionierst und das Gesicht zur Kamera drehst. Wichtig ist ein natürliches Lächeln! Auch hier solltest Du darauf achten, dass Dein Lächeln nicht gestellt wirkt. So machst Du einen sympathischen und offenen Eindruck.

Beim Thema „Verschränkte Arme“ gibt es verschiedene Ansichten. Einerseits wirkt die Pose abwertend und im Zweifel arrogant. Andererseits kann sie auch Autorität ausstrahlen, wenn Du Dich um eine Führungsposition bewirbst.

7 👩🏽‍🎨 Bearbeite Dein Bild nur zurückhaltend

Mit einer guten Kamera und dem richtigen Licht hast Du schon die Grundlage für ein hochwertiges Bewerbungsbild geschaffen. Hinsichtlich der Bildbearbeitung gilt, ähnlich wie beim Make-Up, weniger ist mehr. Zu stark bearbeitete Bilder wirken nicht nur unauthentisch, sondern auch unprofessionell.

Mit einer dezenten Nachbearbeitung kannst Du das Beste aus Deinem Foto herausholen. Versuche, nur die Farben zu optimieren und kleine Fehler und Hautunreinheiten zu kaschieren. Falls Du kein Photoshop hast, gibt es auch viele kostenlose Alternativen und Apps zur Bildbearbeitung. Programme sind zum Beispiel GIMP, Picasa oder Paint. Beliebte Apps für selbstgemachte Bewerbungsfotos sind Snapseed, Photoshop Express oder Filtera.

Was spricht für ein professionelles Bewerbungsfoto?

Die Entscheidung zwischen einem professionellen Bewerbungsfoto vom Fotografen und einem selbstgemachten Bild hängt von verschiedenen Faktoren ab. Vorteile des professionellen Fotos sind zum Beispiel:

  1. Erster Eindruck zählt: Professionelle Fotografen wissen, wie sie Deine besten Seiten hervorheben und damit einen positiven ersten Eindruck schaffen. Ihr Know-how in Bezug auf Licht, Posen und Bildkomposition kann den Unterschied machen.
  2. Business-Look perfektionieren: Ein Profifotograf sorgt dafür, dass Dein Business-Look perfekt ist. Angefangen von der passenden Kleidung bis hin zur Frisur – sie kennen die Feinheiten, die den Look für eine Bewerbung optimieren.
  3. Bildbearbeitung und Retusche: Bildbearbeitung ist mit den herkömmlichen Programmen wie zum Beispiel Adobe Photoshop gar nicht so einfach. Für gute Fotografen ist es aber ein leichtes, die Bilder natürlich zu überarbeiten: Hautunreinheiten retuschieren, Belichtung optimieren, Störfaktoren reduzieren… Außerdem wird sichergestellt, dass Dein Bild den höchsten Qualitätsstandards entspricht.
  4. Zeitersparnis: Professionelle Fotoshootings sind effizient und zeitoptimiert. Du kannst Dich auf das Posing konzentrieren, während der Fotograf den Rest erledigt. Das spart Dir Zeit und Stress.
  5. Vielfältige Hintergründe und Settings: Professionelle Studios bieten häufig eine breite Palette von Settings und Hintergründen. Das ermöglicht es, das Bild an den gewünschten Unternehmenskontext anzupassen.

Fazit: Bewerbungsfoto selbst machen – ja oder nein?

Der Fotograf ist Dir zu teuer oder zu zeitaufwendig? Dann kannst Du das Bewerbungsfoto ruhig selbst machen, solange Du einige Grundlagen beachtest. Mit der richtigen Kamera und einer guten Belichtung erfüllst Du schon die wichtigsten Kriterien. Wenn Du dann noch ein passendes Outfit trägst und beim Posing weder gestellt noch unsympathisch wirkst, kann fast nichts mehr schiefgehen! Mache immer einige Probeaufnahmen und entscheide Dich für das beste Bild. Mit einer dezenten Nachbearbeitung kannst Du dem Ganzen noch das i-Tüpfelchen aufsetzen und auch mit Deinen selbstgemachten Bewerbungsfotos überzeugen.

Häufige Fragen

Mit einer guten Kamera, heutzutage sogar Smartphones, kannst Du ein Bewerbungsfoto auch selber machen. Du brauchst am besten natürliches Tageslicht, ein Stativ und einen neutralen Hintergrund. Apps oder Programme helfen Dir im Nachhinein bei der professionellen Bildbearbeitung.
Ein Bewerbungsfoto sollte möglichst aktuell sein – nicht älter als ein oder zwei Jahre. Bei starken Veränderungen solltest Du unbedingt ein neues Foto machen, wenn Du Dich kaum verändert hast, darf es auch etwas älter sein.
Die Kameras der Handys sind heutzutage gut genug, um damit Bewerbungsfotos zu machen. Egal ob iPhone oder Android-Handy – mit einem Stativ und gutem Licht kannst Du professionelle Bilder machen.
Mittlerweile gibt es viele KI-basierte Apps, die Dich bei Bewerbungsfotos unterstützen können. Beispielsweise kannst Du mit remove.bg, photolemur oder faceplay Lichtverhältnisse optimieren und Hintergründe entfernen. Ansonsten eignen sich klassische Apps zur Bildbearbeitung wie Snapseed, Photoshop Express oder Lightroom.